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Verwandtenbesuch im MK: Sohn rammt Vater Messer in den Bauch

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Von: Thomas Krumm

Ein Mann hält ein Messer in der Hand.
Ein 32-Jähriger hat seinen Vater während eines Streits mit einem Küchenmesser attackiert. © Schröder

Ein 32-jähriger Lüdenscheider soll versucht haben, seinen Vater durch einen Stich in den Bauch zu töten. Seit Mittwoch muss sich der Beschuldigte im Landgericht Hagen wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Lüdenscheid – Da er zum Zeitpunkt der Tat aufgrund einer „paranoiden Schizophrenie“ nicht schuldfähig gewesen sein soll, geht es für ihn in einem sogenannten „Sicherungsverfahren“ um die mögliche Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik. Derzeit ist der Bergstädter vorläufig in der forensischen Klinik in Lippstadt-Eickelborn untergebracht.

Der Vorfall soll sich am 25. März dieses Jahres ereignet haben: Laut Anklage besuchte der Vater des Beschuldigten seinen Sohn in dessen Lüdenscheider Wohnung, um ihm frische Arbeitskleidung zu bringen. Dabei soll es aufgrund der psychischen Erkrankung des 32-Jährigen zu einem Streit gekommen sein, in dessen Verlauf der Beschuldigte seinem Vater ein Küchenmesser in den Bauch gestoßen haben soll. Dieser Stich soll eine zehn Zentimeter tiefe Schnittwunde und eine Verletzung der Niere zur Folge gehabt haben.

Erstes Wiedersehen im Landgericht

Nun sahen sich die beiden Beteiligten im Landgericht erstmals wieder. Der Vater des Beschuldigten hat sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen. Sein Rechtsanwalt stellte vor Beginn der Verhandlung einen Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit: „Wir glauben, dass der Ausschluss der Öffentlichkeit der Wahrheitsfindung dienen würde.“ Der Anwalt begründete seinen Antrag mit dem §171a des Gerichtsverfassungsgesetzes. Der Paragraph enthält eine Kann-Bestimmung, die den möglichen Ausschluss der Öffentlichkeit bei Unterbringungsverfahren regelt: „Die Öffentlichkeit kann für die Hauptverhandlung oder für einen Teil davon ausgeschlossen werden, wenn das Verfahren die Unterbringung des Beschuldigten in einem psychiatrischen Krankenhaus oder einer Entziehungsanstalt, allein oder neben einer Strafe, zum Gegenstand hat.“

Öffentlichkeit ausgeschlossen

Davon wird selten so umfassend Gebrauch gemacht wie in diesem Fall. Denn nach längerer Beratung verkündete die Schwurgerichtskammer einen entsprechenden Beschluss: „Die Öffentlichkeit wird für die Dauer der Hauptverhandlung ausgeschlossen.“ Deren Interesse an Information müsse zurücktreten hinter das Persönlichkeitsrecht des Beschuldigten und seines Vaters. Der blieb nicht allein mit seinem Antrag: Auf Nachfrage erklärte auch der Beschuldigte, dass es ihm lieber wäre, wenn die Öffentlichkeit ausgeschlossen würde.

Der 32-jährige Angeklagte kam noch einmal selbst zu Wort. Die Vorsitzende Richterin Heike Hartmann-Garschagen fragte ihn nach seinem Befinden. Es gehe ihm einigermaßen, erklärte er. Er sei aber wegen des Gerichtsverfahrens „aufgeregt und nervös“.

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