Prüfung: Musik und Sport unter einem Hallendach

Lüdenscheid - Kann der Spielbetrieb eines Sportvereins, genauer gesagt des LTV 1861, in Einklang gebracht werden mit den Orchesterproben der Musikschule? Mit dieser Frage beschäftigten sich am Dienstagabend die Mitglieder des Schulausschusses – und gaben zugleich einen entsprechenden Prüfauftrag in Bezug auf die Nutzung der Sporthalle der Albert-Schweitzer-Hauptschule an die Stadt weiter.

Damit erteilten die Politiker der Verwaltung die Legitimation, mit den Betroffenen weitere Gespräche zu führen, um nach einer einvernehmlichen Lösung zu suchen. „Denn“, so betonte Frank Kuschmirtz, Leiter der Zentralen Gebäudewirtschaft, „wir möchten niemanden beschneiden und wollen nicht, dass jemand als Verlierer aus der Sache hervorgeht.“

Zuvor hatte er den Ausschussmitgliedern die Eckdaten des Schallschutzgutachtens erläutert, das im Zuge des neuen Raumkonzeptes in Auftrag gegeben worden war. Demnach seien hinsichtlich der Verkehrsgeräusche keine schallschutztechnischen Maßnahmen notwendig. Die Unterrichtszeiten der Musikschule müssten sich auf den Zeitraum von 7 bis 22 Uhr (Sonderregelungen möglich) beschränken und die Fenster müssten – zum jetzigen Zeitpunkt – beim Schlagzeugunterricht geschlossen bleiben.

Hinsichtlich der Raumaufteilung würde die Musikschule im 1. Obergeschoss sowie im Seitenflügel untergebracht werden, die dreizügige Kita würde im Erdgeschoss und Seitenflügel, die VHS in weiteren Räumen. Etwa 450 Quadratmeter stünden darüber hinaus zur Verfügung.

Eindeutig fiel die Beurteilung des Gutachters hinsichtlich der Aula als Veranstaltungs- und Probenraum für Orchester aus. Dies sei unter anderem aufgrund fehlender Lagermöglichkeiten für große Musikinstrumente nicht möglich, ein Umbau nicht empfohlen. Sein Lösungsansatz: die Mitbenutzung der Turnhalle. „Hierfür wären natürlich umfangreiche Abstimmungen nötig“, so Kuschmirtz. Doch das dies gelingen könnte, daran hatten viele Ausschussmitglieder, allen voran CDU-Ratsfrau Ursula Meyer, ihre Zweifel und konnten sich eine Koexistenz von Musik und Sport in einer Sporthalle nur schwer vorstellen – vor allem im Hinblick auf die ähnlichen Übungszeiten ab dem späten Nachmittag. Dennoch gaben sie grünes Licht für den Prüfauftrag. Denn, so Kuschmirtz, es müsste auch die generelle Auslastung der Halle im Auge behalten werden – eine Nutzung in den Vormittagsstunden sei dann beispielsweise durch Musikklassen des BGL denkbar.

Positive Nachrichten schickte der Ausschuss am Abend Richtung in Schalksmühle: Er stimmte der Kooperation zwischen dem BGL und der Primusschule sowie der Aufnahme von Lüdenscheider Schülern in der Volmegemeinde ab der Klasse 5 zu. - kes

Rubriklistenbild: © picture alliance / Maximilian Sc

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