Die Herkunft der Kunstwerke in Deutschlands Museen

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Die Rückseiten der Kunstwerke offenbaren manchmal Geheimnisse – Dr. Hartmann bei seinem Vortrag im Foyer der Museen,

Lüdenscheid - Zu ihrer Frühjahrstagung trafen sich am Freitag Vertreter der Vereinigung westfälischer Museen (VWM) in den Museen an der Sauerfelder Straße. Im Mittelpunkt der Tagung unter dem Thema „Das Raubgut der Nationalsozialisten“ standen zwei Referate. Professor Dr. Ottfried Dascher, ehemaliger Leiter des Hauptarchivs Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf und Herausgeber zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen, hatte seinen Vortrag dem Kunsthändler Alfred Flechtheim gewidmet.

Dr. Uwe Hartmann, Leiter der Arbeitsstelle Provenienzforschung am Institut für Museumskunde in Berlin, schloss sich vor rund 50 VWM-Vertreter im Foyer der Museen seinem Vorredner an. Hartmann beschäftigt sich mit der Recherche zur Herkunft von Kunstwerken in Deutschlands Museen. Man habe sich mit den Fragen zu beschäftigen, warum und unter welchen Umständen Werke in Museen gekommen sind, erläuterte der Forscher, und ob die Pflicht einer Rückführung überhaupt gegeben sei.

Ohne Zweifel habe Deutschland eine historische Verantwortung. Hartmann zeigte aber auch auf, dass nicht jede Rückführung von Kunst ihre Berechtigung hat. Deutschland habe in den Kriegsjahren durchaus Kunst gekauft, die die Franzosen nach Kriegsende beschlagnahmt und dem Vorbesitzer zurückgegeben haben. Somit musste man solche Kunst ein zweites Mal kaufen.

Darüber hinaus erzählte Hartmann anhand eine Bildpräsentation aus seiner zehnjährigen Tätigkeit als Provenienzforscher und den einerseits damit verbundenen Rückführungen beispielsweise von Kunstwerken aus jüdischem Besitz, aber andererseits auch mit der Abwehr einer solchen: „Wir werden doch immer wieder damit konfrontiert, dass plötzlich Erben vor der Tür stehen!“ Am Nachmittag stand eine Sonderführung durch die Ausstellung „Wider Napoleon“ auf dem Programm – wir berichten noch. - rudi

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