Vertrag um fünf Jahre verlängert: Dr. Kehe bleibt an Spitze des Klinikums

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Detlef Seidel, Aufsichtsratsvorsitzender der Kliniken.

Lüdenscheid – „Wir sind sehr zufrieden mit seiner Entscheidung. Er managt das Haus in schwierigen Zeiten sehr gut.“ Detlef Seidel, Aufsichtsratsvorsitzender der Märkischen Kliniken und der Gesundheitsholding sowie CDU-Kreistagsabgeordneter, lobt die Zusammenarbeit mit Dr. Thorsten Kehe, die fortgesetzt werden kann. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Märkischen Kliniken und des Unternehmensverbundes hat vor wenigen Tagen seinen Vertrag um weitere fünf Jahre verlängert.

Klinik-Geschäftsführer Dr. Thorsten Kehe.

Seidel nahm die Kontinuität an der Spitze des Klinikums zum Anlass, auf die aktuelle Problematik der Häuser einzugehen. „Die Vorgaben der Politik zur Personalausstattung im Pflegebereich und der von den Krankenkassen ausgeübte Druck bei der Vergütung von Leistungen verschärft die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser. Aber das ist gewollt, um gerade die kleineren Einrichtungen vom Markt zu verdrängen.“ 

Insgesamt würden die Märkischen Kliniken das Jahr 2018 mit einem positiven Ergebnis abschließen. „Der Betrag ist nicht riesig, aber im schwarzen Bereich.“ Konkrete Zahlen wollte Seidel unter Verweis auf noch ausstehende Sitzungen von Aufsichtsrat und Kreistag aber noch nicht nennen. Für die eigenen kleinen Häuser in Werdohl und Letmathe sieht der Aufsichtsratsvorsitzende „aktuell keine Gefahr“, wenngleich sie wirtschaftlich nicht so gut dastünden. Aber mit den zusätzlichen Angeboten Geriatrie (Werdohl) und Schmerztherapie (Letmathe) gebe es bedeutende und wichtige Alleinstellungsmerkmale. Hinzu komme der Vorteil durch den Verbund. So ließen sich schwächere Abteilungen durch stärkere auffangen. „Nur mit einer Inneren und der Chirurgie wird man sich heute nicht mehr behaupten können.“ 

Kein Investitionsstau

Gegenüber den Krankenkassen ließen sich Erhöhungen kaum noch durchsetzen – im Gegenteil: „Die Sätze werden immer weiter reduziert. Für die gleiche Arbeit gibt es weniger Geld.“ Die Kassen schraubten die Wertigkeit der Leistungen immer weiter nach unten. „Mit dem Hinweis, die Operationen müssen schneller von der Hand gehen, werden den Krankenhäusern massiv die Daumenschrauben angelegt.“ Trotzdem sei es den Märkischen Kliniken gelungen, keinen Investitionsstau aufzubauen. „Vom eigentlich zuständigen Land erhalten wir zwar einen kleinen Teil für Maßnahmen, aber wir müssen zunehmend Modernisierungen wie die acht neuen OP-Säle erwirtschaften. Wichtige Dinge werden auf jeden Fall gemacht.“

Sorge um Nachwuchs

 Beim Thema Pflegekräfte habe das Klinikum zwei günstige Ausgangspositionen: Zum einen den bereits erwähnten Verbund, der auch personelle Lücken durch Zugriffsmöglichkeiten auf drei Häuser füllen könne, zum anderen die Ausbildung an der eigenen Fachschule. „Wir müssen selber fleißig ausbilden, um Nachwuchs zu bekommen. Aber nicht alle bleiben bei uns, und der Arbeitsmarkt ist leer gefegt.“ Das gelte auch für Mediziner. „Lüdenscheid, Werdohl und Letmathe stehen leider nicht ganz oben auf der Liste potenzieller Bewerber. Uni-Städte stehen in der Rangliste deutlich über uns.“ Diese Situation werde sich in den nächsten Jahren noch weiter verschärfen, prophezeite Seidel.

 Bei der Vielzahl von Herausforderungen ist eine breite Rückendeckung von erheblichem Nutzen. Deshalb freut Dr. Thorsten Kehe besonders die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Politik, die letztendlich zu seiner Entscheidung für die Vertragsverlängerung beigetragen hat. „Vertrauen ist eine wichtige Grundlage für die vergangene und auch zukünftige Arbeit der Märkischen Kliniken. Auf dieser Basis lässt sich in den kommenden fünf Jahren vieles auf den Weg bringen, das der Qualität der medizinischen Versorgung hier in der Region zugute kommt“.

 Dr. Kehe ist seit 2014 bei den Märkischen Kliniken als Geschäftsführer. Zuvor war er Medizinischer Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung der Sana-Kliniken in Remscheid.

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