Lüdenscheider Einzelhandel

Testkäufe: 13 Verstöße gegen den Jugendschutz

LÜDENSCHEID - 35 Mal waren sie in Lüdenscheider Supermärkten, Kiosken & Co. unterwegs und versuchten, als Jugendliche an Zigaretten, Alkohol oder Computerspiele "ab 18 Jahre" zu kommen –in 13 Fällen waren die Testkäufer erfolgreich.

Das ist die erste Bilanz der Testkäufe, die die Fachdienste Öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie Kinder- und Jugendförderung bei der Stadt seit Anfang des Jahres jeweils in Zweiergruppen (in „verdeckter“ Begleitung von Mitarbeitern der Fachdienste Öffentliche Sicherheit und Ordnung sowie Kinder- und Jugendförderung) durchgeführt haben. Jetzt stellten die Verantwortlichen die Ergebnisse vor.

„Natürlich wäre uns ein Nullwert lieber gewesen“, machte Axel Schwabecher deutlich. Schließlich seien 13 Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz noch eine ganze Menge. „Aber damit liegen wir noch weit unter dem Bundesdurchschnitt.“ Nach der ersten Phase habe sich gezeigt, dass die Testkäufe durchaus ihren Sinn hätten und man an dieser Art der Sensibilisierung im Einzelhandel festhalten werde. „Dabei sind wir aber nicht darauf aus, möglichst viele Vergehen zu sammeln, sondern vielmehr Aufklärungsarbeit im Bereich des Jugendschutzes zu leisten“, betonte Winfried Lütke-Dartmann, Fachdienstleiter Kinder und Jugendförderung.

Ohne Nachfrage wurden den Testkäufern die unter das Jugendschutzgesetz fallenden Erzeugnisse ausgehändigt. „Und das nicht etwa, weil den Verkäufern und Kassierern die Gesetze nicht bekannt gewesen seien“, weiß Jessica Schmidt vom Fachdienst Kinder- und Jugendförderung. Vielmehr hätte alle betont, regelmäßig geschult worden zu sein. Die Reaktionen hätten daher auch von Aussagen wie „Da habe ich wohl mal Pech gehabt“ bis zu bitteren Tränen gereicht. Nichtsdestotrotz habe es bei den 13 Verstößen Anhörungen sowie die Einleitung von Bußgeldverfahren gegeben. Insgesamt, machte Jessica Schmidt vom Fachdienst Jugendförderung deutlich, seien die Reaktionen auf die Testkäufe aber durchweg positiv gewesen.

„Bei neun Verkäufern, die schon einmal auffällig geworden und uns bekannt waren, haben immerhin sieben dazu gelernt. Lediglich zwei sind rückfällig geworden“, zeigte Axel Schwabecher auf, dass die Maßnahmen durchaus Wirkung zeigten. Und auch jene Getesteten, die sich an die Regeln hielten, hätten durchweg positiv auf die Testkäufe reagiert. „Sich bei ihnen zu ‘outen’ und zu loben, macht natürlich besonders Spaß.“ Und so steht für die Verantwortlichen der Fachdienste fest, an den Testkäufen festzuhalten und sie auch in Zukunft durchzuführen. - Kerstin Zacharias

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