Veränderungen bei der Versöhnungskirchengemeinde

Die Gemeindeglieder folgten den Ausführungen von Superintendent Klaus Majoress und Iris Espelöer, Mitglied im Presbyterium und Vorsitzende im Prozess-Team.

Lüdenscheid -  Einige Gemeindeglieder haben es bereits geahnt, die anderen waren sichtlich überrascht: Auf die evangelische Versöhnungskirchengemeinde in Lüdenscheid kommen in den nächsten Jahren gravierende Veränderungen zu – und der Grund ist, wie in vielen anderen Gemeinden, finanzieller Natur.

„Uns fehlen pro Jahr etwa 140 000 Euro, eine Summe, die wir nicht decken können. Und das bringt uns natürlich unter Druck“, erklärte Pfarrer Friedemann Kölling im Gespräch mit unserer Zeitung. Er war es auch, der durch die jüngste Gemeindeversammlung führte, zu der sich etwa 120 Mitglieder der Groß-Gemeinde (mit den Pfarrbezirken Erlöserkirche, Apostelkirche und Auferstehungskirche) eingefunden hatten.

Und es waren keine guten Nachrichten, die Kölling im Namen des Presbyteriums überbrachte. Im Hinblick auf die demografische Entwicklung, Wegzüge aus der Stadt, aber auch Austritte aus der Kirche werde das Geld immer knapper. Und das bekomme nun auch die Gemeinde zu spüren. „So eine Summe kann man leider nicht durch Spenden aufbringen, vielmehr müssen die Ausgaben drastisch minimiert werden.“ Und das bedeutet: In der Zukunft werde man sich wohl von einem Gemeindezentrum sowie einer Pfarrstelle trennen müssen.

„Das sind natürlich gravierende Einschnitte, Einschnitte, die weh tun“, machte Kölling im Namen des Teams deutlich. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass man eine schnelle Entscheidung darüber, welcher Standort letztlich betroffen sein wird, einhellig ablehne. Vielmehr habe man sich im Prozess-Team, einer so genannten Lenkungsgruppe, ein Jahr Zeit gegeben, sich über die Vor- und Nachteile bewusst zu werden, viele Beteiligte und ihre Erfahrungen zu hören sowie das Für und Wider abzuwägen. Dann möchte man zu einer Entscheidung finden, hinter der möglichst viele stehen. „Wir möchten eine langsame Lösung“, weiß Kölling um das sensible Thema.

Bereits in der Gemeindeversammlung sei deutlich geworden, dass die Gemeindeglieder vor allem mit der Aufgabe eines Gebäudes, also einer Kirche, ihre Probleme hätten. Und so hätte es während der Versammlung einige sachliche Rückfragen gegeben, weitere dann später im persönlichen Gespräch. „Wir mussten deutlich machen, dass es schiere Kostengründe sind, die uns zu diesem Prozess zwingen und einfach kein Geld da ist, um alle Standorte zu halten.“

Daher sei man bemüht, auch in Zukunft offen mit dem Thema umzugehen und die Gemeindeglieder so weit wie möglich am Prozess zu beteiligen. - kes

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