Letzter Gottesdienst am Karfreitag

Versöhnungskirchengemeinde gibt die Auferstehungskirche auf

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Lüdenscheid - Die evangelische Versöhnungskirchengemeinde wird zwei ihrer Kirchen halten und damit die Zahl der Pfarrbezirke von drei auf zwei reduzieren. In der Auferstehungskirche wird am Karfreitag ab 10 Uhr der letzte Gottesdienst gefeiert. Ziel ist es, das Kirchengebäude am Höher Weg zu verkaufen.

Die beiden Pfarrer Holger Reinhardt und Jürgen Jerosch sowie Presbyteriumsvorsitzender Jan Trimpop und Reinhard Neufert, langjähriger Presbyter der Gemeinde, erklärten, dass die zunächst in Erwägung gezogene Schließung von zwei Gottesdienststätten bis auf Weiteres vom Tisch sei.

In der Apostelkirche am Bierbaum informierten Pfarrer Holger Reinhardt, die Presbyter Jan Trimpop und Reinhard Neufert sowie Pfarrer Jürgen Jerosch (v.l.) über die Pläne der Gemeinde.

Man habe damit auf viele kritische Argumente von Gemeindemitgliedern reagiert und entschieden, mit der denkmalgeschützten Erlöserkirche im Stadtzentrum und der Apostelkirche am Bierbaum, „an der Peripherie“, zwei Kirchen zu behalten. Gruppen und Kreise, die sich in der Auferstehungskirche und ihren Gemeinderäumen treffen, sollen umsiedeln.

Am Ostersonntag ab 10 Uhr wird in der Apostelkirche ein Willkommensgottesdienst für die Gemeindemitglieder aus dem Auferstehungskirchenbezirk gefeiert. Anschließend besteht Gelegenheit zum Gesprächen im Kirchencafé.

In der Auferstehungskirche wird am Karfreitag der letzte Gottesdienst gefeiert. In Ausnahmefällen, zum Beispiel für Konfirmationen und Trauungen kann die Kirche vorerst noch genutzt werden. Die Gemeinde will Gebäude und Grundstück verkaufen.

Die Verantwortlichen betonten, dass es ein ambitioniertes Ziel bleibe, die Gemeindefinanzen in den Griff zu bekommen. Weitere Einsparungen werden notwendig sein. Nach aktuellen Zahlen beträgt das jährliche Haushaltsdefizit mindestens 140.000 Euro. Das sei allein mit der Aufgabe einer Kirche und dem Abbau einer Pfarrstelle nicht auszugleichen.

Aber nach den Reaktionen aus der Gemeinde auf eine mögliche Schließung zweier Gotteshäuser haben die Verantwortlichen erkannt, „dass die wirtschaftlich gerechtfertigte Entscheidung trotz aller damit zusammenhängenden Ideen, Visionen und Chancen nicht auf das gegenwärtige Gemeindeleben übertragbar ist“, heißt es in einer Information für die Gemeinde.

Alle Mitglieder sind aufgefordert, sich beim Prozess der Neuausrichtung der Gemeinde einzubringen, der 2015 begonnen wurde. Nach dem Weggang von Pfarrer Friedemann Kölling ist nun mit der Standortwahl eine weitere wichtige Entscheidung gefallen. Jetzt gehe es darum, die Gemeinde konzeptionell weiter zu entwickeln, erklären die Pfarrer und Presbyter.

Die Zusammenarbeit mit dem Dietrich-Bonhoeffer-Zentrum soll wie gewohnt fortgesetzt werden. Holger Reinhardt ist dort Vorsitzender des Kuratoriums Bei der Seelsorge in dem Seniorenzentrum wird er von Pfarrerin Kriemhild Ochse unterstützt, die einen entsprechenden Auftrag vom Kirchenkreis hat. Weitere Seelsorgerin in der Versöhnungskirchengemeinde ist Pfarrerin Barbara Fahl-Njayou.

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