STL verschärft Kontrolle von "Müllferkeln"

STL-Chef Heino Lange, Bernd Schildknecht (Werksausschuss) und Andreas Hendann (STL/ Kontrollbereich, v.l.) ärgern sich beim Ortstermin an der Brüderstraße über Plastikmüll im Papiercontainer.

Lüdenscheid - STL-Mitarbeiter Andreas Hendann wird künftig zu unterschiedlichen Zeiten die Anlieferung an Problem-Sammelstellen beobachten, Müllferkel zur Rede stellen und gegebenenfalls zur Kasse bitten.

Bernd Schildknecht schiebt hilfsbereit den Tonnendeckel zurück, damit die alte Dame ihre Zeitungen in den Behälter werfen kann. Sie dankt, geht ihres Weges. Für den Vorsitzenden des STL-Werksausschusses ist klar: 98 Prozent derer, die Glas oder Papier zur Sammelstelle bringen, verhalten sich korrekt. Die restlichen zwei Prozent sind jetzt die Zielgruppe von Andreas Hendann.

Der STL-Beamte, in der Verwaltung ohnehin mit Kontrollen im Bereich Abfall/Winterdienst befasst, hat sich ausführlich auf eine erweiterte Aufgabe vorbereitet. Einem Beschluss der letzten Werksausschuss-Sitzung folgend, setzt der Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb der Stadt Lüdenscheid (STL) künftig verstärkt auf Kontrolle, um die Lage an oft vermüllten Sammelstellen wie an der Brüderstraße in den Griff zu bekommen.

„Es macht keinen Sinn, Sammelstellen zu schließen“, glaubt Ausschussvorsitzender Bernd Schildknecht. Statt dessen wolle man auf verstärkte Kontrolle setzen, auf persönliche Ansprache, gegebenenfalls auf Verwarnungsgelder zwischen 25 und 55 Euro, die der Kontrolleur vor Ort verhängen darf. Letztes Mittel sind Bußgelder, die schnell ein paar Hundert Euro betragen können. Zugleich appelliert Schildknecht an jeden, Müllferkel zu melden: „Das ist kein Anschwärzen, das ist der Versuch, die Kosten im Griff zu halten.“ Die zusätzliche Reinigung von Sammelstellen schlägt bekanntlich mit 80 000 Euro zu Buche, Kosten, die auf jeden Haushalt umgelegt werden.

Ein Mitarbeiter, der „wie das Ordnungsamt tätig werden“ dürfe, Präsenz zeigen und versuchen wird, die Gedankenlosen wie Uneinsichtigen zu erreichen, kurz: 1,92 Meter geballte Kompetenz – darauf setzt Heino Lange Hoffnungen. Alle Standorte abzubauen und zusätzliche Mülltonnen in jedem Haushalt zu deponieren, sei keine Lösung. Zudem gebe es eine Verpflichtung zur Unterhaltung von Sammelstellen. Für die ordentliche Mehrheit spart er nicht mit Lob: „Die Quote ist gut, wir haben relativ wenig Reststoffe im Papiermüll.“ Das liegt mit daran, dass die STL-Entsorger Sammelcontainer gar nicht erst leeren, wenn sie, wie sich beim Ortstermin an der Brüderstraße zufällig herausstellte, mit Plastiksäcken zugestopft sind. „Den holen wir dann separat ab“, so Lange – auch ein Kostenfaktor.

Ob die Kontrolle fruchtet, wird sich zeigen. Mindestens 2016 wolle man so verfahren, betont Schildknecht. „Die Menschen müssen merken, dass wir uns kümmern.“ -   sum

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare