Vernehmungen künftig in der dritten Etage

LÜDENSCHEID ▪ Noch in diesem Jahr sollen an der Polizeiinspektion an der Bahnhofstraße umfangreiche Bauarbeiten beginnen. Nach LN-Informationen steckt das Land NRW mindestens 500 000 Euro in Modernisierung und Reparaturen. Eine neue Raumaufteilung dürfte dann auch die Flucht aus den Vernehmungszellen der Kriminalwache, wie im Februar geschehen, erschweren. Das teilte Lüdenscheids Polizeichef Bernd Scholz auf LN-Anfrage mit.

Bereits seit vergangenem Jahr stecken die Maßnahmen in der Vorbereitungsphase – und hätten eigentlich schon beginnen sollen. Doch es haben sich Verzögerungen ergeben, weil der Landeshaushalt verspätet verabschiedet worden ist. Unter anderem sollen die Umkleideräume für die Beamtinnen und Beamten saniert und ein Wasserschaden behoben und die IT-Anlage auf Vordermann gebracht werden.

Wie Scholz weiter sagte, steht zudem der Einbau einer neuen Abzugsanlage auf der Schießbahn im Keller der Inspektion auf dem Programm. Der Pulverdampf sei „zwar durch erinen Ventilator herausgedrückt worden, aber wieder ins Innere gelangt. Weiterer Bedarf, Geld auszugeben, ergibt sich für die Polizei durch eine neue rechtslage. Demnach müssen Delinquenten, die in Polizeigewahrsam landen sollen, bei Bedarf auch über eine Liegendanfahrt gebracht werden können. Die ist aber noch nicht vorhanden.

Eher ein „Zufallsprodukt“ ist nach Darstellung von Bernd Scholz der Umzug der Kriminalwache vom Erdgeschoss in den zweiten Stock der Polizeiinspektion. Nach der Flucht eines Gefangenen, der aus einem Vernehmungszimmer im Erdgeschoss gesprungen und entkommen war, hatte Polizeisprecher Boronowski erklärt, über zusätzliche Sicherungsmaßnahmen mache man sich „zunächst keine Gedanken“. Inzwischen hat sich die Stimmungslage aber wohl verändert.

Hintergrund sind diverse interne Umzüge. So wird der Chef der Hauptwache ein Büro im Erdgeschoss beziehen, um den Dienstgruppen auf der Wache räumlich näher zu sein, sagte Bernd Scholz. Und der Kriminaldauerdienst wird nun doch zwei Stockwerke nach oben verlegt.

Bei der Diskussion im Rahmen der Krimi-Lesung „Kunstfehler“ in der Mayerschen Buchhandlung hatte der Polizeichef den Grund für die Verlegung vorgestern Abend öffentlich kommentiert: „Wer hier rausspringt, springt nur einmal.“

Olaf Moos

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