Menschen nutzen die Zeit für ausgiebige Spaziergänge

Vermüllung der Wälder in Corona-Zeiten: Bauschutt und volle Windeln

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Jede Menge Müll aus den Wäldern sammelten die Anwohner von Schloss Neuenhof – und errichteten im Schlosshof ein „Mahnmal“.

Lüdenscheid – Durch die Corona-Krise nutzen viele Menschen die Zeit für ausgiebige Ausflüge in die Natur. Doch die zunehmenden Besucherströme haben teilweise negative Folgeerscheinungen.

„Es geht auch ein bisschen darum, die Leute mal zu sensibilisieren“, sagt Gabriel Freiherr von dem Bussche, der im letzten Frühling die Gutsverwaltung auf Schloss Neuenhof übernommen hat. Man merke schon, dass mehr Spaziergänger in den Wäldern rund um das Schloss unterwegs sind. Und mehr Spaziergänger bedeuten mehr achtlos weggeworfener Müll.

Die Anwohner von Schloss Neuenhof möchten gegen die zunehmende Vermüllung im Neuenhofer Tal vorgehen. Sie trafen sich bei herrlichem Frühsommerwetter zu einer gemeinsamen Aufräumaktion. „Wir sind acht Leute“, sagt Gabriel Freiherr von dem Bussche, „die Sicherheitsvorschriften wurden eingehalten.“ 

Durch die Corona-Krise würden viele Menschen die Zeit für ausgiebige Ausflüge zum Schloss Neuenhof und in die umliegende Natur nutzen. Schloss Neuenhof freue sich über jeden Besucher, der sich für die barocke Schlossanlage und die umliegende Natur interessiert. 

Allerdings: Die zunehmenden Besucherströme hätten negative Folgeerscheinungen: „Das sind vor allem viele Taschentücher. Ich weiß nicht, ob die Spaziergänger denken, dass die Taschentücher sowieso verrotten. Aber auch ausgeleckte Eisbecher und Essensreste liegen herum. Ich hab sogar schon eine volle Windel aufsammeln müssen. Das sieht alles scheußlich aus.“ 

So errichteten die fleißigen Sammler auf dem Schlosshof eine Art Müll-Mahnmal, zu dem sogar ein ausgedienter Autoreifen gehörte. Darüber hinaus kippen immer öfter Mitbürger größere Mengen Sperrmüll und Bauschutt in die Wälder und nehmen Umweltschäden rücksichtslos in Kauf, ärgert sich der Gutsverwalter: 

„Wir wollten mit der Aktion nicht nur unser Tal säubern, sondern vor allem auf das Problem aufmerksam machen und Besucher zu einem rücksichtsvolleren Verhalten in der Natur bewegen.“

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