Vermüllung in der Stadt: So viel mehr Abfall schmeißen Lüdenscheider weg

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Symbolfoto

Lüdenscheid – 90 Tonnen Müll schmissen die Lüdenscheider übers Jahr 2018 verteilt in die Straßenmülleimer in der Stadt. Und das war nicht die Höchstmenge.

In den vergangenen Jahren sind die Mengen deutlich gestiegen (2001 waren es noch 50 Tonnen), in manchen Jahren waren es sogar mehr als 100 Tonnen, wie Andreas Fritz als stellvertretender Werkleiter des STL (Stadtreinigungs-, Transport- und Baubetrieb) auf Nachfrage erklärt. 

Und das, obwohl die Einwohnerzahl in der Stadt nicht unerheblich schrumpft. Heute leben etwas mehr als 72.000 Menschen in Lüdenscheid, im Jahr 2002 waren es noch knapp 80.000. Zurückzuführen sei die hohe Menge an Müll sicher auch auf ein Plus an Wegwerfprodukten, wie Fritz sagt. 

Volumen aussagekräftiger als Gewicht

Das Thema wurde noch in dieser Woche diskutiert: Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) kündigte an, dass sie Hersteller dieser Produkte an den Kosten der Müllentsorgung im öffentlichen Raum beteiligen will. Denn insbesondere Wegwerfprodukte füllten inzwischen den Inhalt einer typischen Straßenmülltonne: Verpackungen, Einwegbecher, Restmüll, Zigaretten. 

Dass mehr Müll entsteht, lässt sich in Lüdenscheid aber nicht an allen Zahlen erkennen. Insgesamt sei die Abfallmenge laut Fritz rückläufig. Allerdings beziehen sich diese Zahlen auf das Gewicht und nicht auf das Volumen. 

Obwohl am Eingang des Stern-Centers ein Mülleimer mit großem Aschenbecher bereitsteht... (Für die volle Ansicht Bild anklicken)

Auf den Hausmüll bezogen bedeutet das konkret: Kamen auf einen Einwohner im Jahr 2003 noch 260 Kilogramm Müll, sind es jetzt 256 Kilo. Was die Menge an Plastikmüll in gelben Säcken angeht, sei die Menge recht konstant bei rund 24 Kilo pro Jahr geblieben. Gestiegen sei lediglich die Menge an Biomüll (2006: 36 Kilo pro Einwohner im Jahr; 2018: 46 Kilo). Allerdings: Seit einigen Jahren seien schlichtweg mehr Tonnen angemeldet, mehr Leute sammeln Biomüll, betont Fritz. 

Die Zahlen zeigen zwar keine gravierenden Unterschiede auf. „Aber man müsste jetzt wissen: Was ist in dem Müll? Denn das Gewicht sagt nichts über das Volumen aus“, betont Fritz. Immerhin versuche die Industrie seit längerer Zeit, Kosten einzusparen. „Verpackungen werden weniger dick, die Art der Verpackung hat sich verändert. Müll kann also weniger wiegen, aber dennoch insgesamt mehr sein.“ 

...landen jede Menge Zigarettenstummel in einem Pflanzenkübel, der sich fast unmittelbar daneben befindet.

Fritz äußert die Vermutung, dass das Volumen zugenommen hat. Sichtbar werde das etwa im Rahmen der Innenstadtreinigung: Regelmäßig kontrollierten STL-Mitarbeiter die Behälter in der Stadt „und wir haben durchaus damit zu kämpfen, Becher oder Zigaretten einzusammeln“. 

Insgesamt seien in den vergangenen Jahren mehr Mülleimer aufgehängt worden, „wobei das variiert – es gibt immer wieder Zonen, die mehr frequentiert sind. Darauf reagieren wir entsprechend“.

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