Premiere des Circus Busch auf dem Loher Schützenplatz

Verletzungspech entmutigt Artistenfamilie nicht

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Talina Scholl beeindruckte mit ihrem Können am Ringtrapez.

Lüdenscheid - Manege frei – das Spiel beginnt: Trotz Pleiten, (Verletzungs)Pech und Pannen im Vorfeld bot der Circus Busch aus Berlin bei seinem ersten Gastspiel in Lüdenscheid eine sehenswerte Premierenvorstellung.

Gleichsam im Alleingang brachten die aus der RTL- Show „Das Supertalent“ bekannten „Gebrüder Scholl“ – Alfred und René Scholl – und Multi-Talent Talina Scholl die Zirkusbesucher im modernen, beheizten Zelt auf dem Loher Schützenplatz zum Staunen, Lachen und Atemanhalten. Mit einer Vielseitigkeit, die verblüffte, machten die Geschwister den (unfallbedingten) Ausfall anderer Artisten wett.

Eben noch am Ringtrapez, an seidigen Tüchern oder im Netz hoch oben unter der Zirkuskuppel mit spektakulären Nummern zu bewundern, verwandelte sich die 16-jährige Talina im nächsten Moment in Clownin Peppina, die Zirkusdirektor Hardy Scholl mit ihren Späßen schier verzweifeln ließ. Ebenso große Wandlungsfähigkeit legten die beiden „Supertalent“-Finalisten, deren atemberaubende Trampolin-Nummer der absolute Höhepunkt des Programms war, an den Tag. Neben Salti, Flic Flacs und amüsanten Showeinlagen wie Superman-Posen und dergleichen mehr – mit Tempo, Temperament und vollem Risiko dargeboten – zogen sie ihr begeistertes Publikum auch mit anderen zirzensischen Künsten in ihren Bann. Vom Publikum angefeuert, ließ sich Alfred Scholl sogar zum selten gezeigten dreifachen Salto auf dem Trampolin hinreißen.

Begleitet von einer effektvollen Lichtshow und flotter beziehungsweise gefühlvoller Musik passend zur Stimmung der jeweiligen Nummer, füllten die Scholls ihr rund zweistündiges Programm mit buntem, prallem Zirkusleben – Ponyreiten für die Kinder inklusive. Da wirbelte Jongleur Alfred Scholl leuchtende, während des Flugs ihre Farbe wechselnde Bälle, Kegel, Ringe und Feuerfackeln in wahnwitzigem Tempo durch die Lüfte und glänzte an Strapaten in eleganter, kräftezehrender Luftakrobatik. Bruder René entdeckte dem Publikum seine humorvolle Ader und studierte mit drei Auserwählten aus Zuschauerreihen in Windeseile eine zwerchfellerschütternde Oper ein. Auch als Dompteur von Kamelen und temperamentvollen, rabenschwarzen Friesen machte er eine gute Figur.

Talina war unterdessen bei ihren spektakulären Nummern in luftiger Höhe die Anmut und Grazie in Person. Die „Rasselbande“, acht niedliche Ponys, zu bändigen, blieb Zirkusdirektor Hardy Scholl, der launig durch das Programm führte, vorbehalten. Zur Heiterkeit von Jung und Alt erschummelte sich ein gewitzter Vierbeiner da sein Belohnungsleckerchen gleich doppelt, indem er sich als Erster und (klammheimlich) Letzter in der Reihe anstellte. Auch die Begrüßungspose mit Vorderbeinen auf dem Manegenrand sorgte für viel Heiterkeit, da eines der Ponys stets falsch herum – mit dem Allerwertesten nach oben – stand.

Die weiteren Vorstellungen: heute und am Samstag jeweils ab 16 Uhr und 19.30 Uhr. Am Sonntag beginnt die Vorstellung um 14 Uhr. Mit einer Familienvorstellung am Montag, die um 17 Uhr beginnt, verabschiedet sich der Circus von Lüdenscheid.

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