Notunterkunft bleibt für halbes Jahr

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Ortstermin mit Petra Crone und Dr. Matthias Heider (M.), rechts Vize-Regierungspräsident Volker Milk.

Lüdenscheid - Die Stadt wird die Notunterkunft für Flüchtlinge in der Hermann-Gmeiner-Schule am Dickenberg mindestens für ein halbes Jahr offenhalten müssen. Die ursprüngliche Annahme, sie nach etwa acht Wochen schließen zu können, ist damit Makulatur. Am Dienstag wurde die Einrichtung komplett leergezogen und gestern wieder voll belegt.

Von den Umständen der Unterbringung, der dort geleisteten Arbeit und dem Druck, unter dem die Stadt und das gesamte Land NRW stehen, machten sich gestern die Lüdenscheider Bundestagsabgeordneten Petra Crone (SPD) und Dr. Matthias Heider (CDU) ein Bild. Aktuelle Informationen zur Lage steuerten Jens Oliver Branscheid, Einsatzleiter der Johanniter, und der Vize-Regierungspräsident Volker Milk bei.

Der Arnsberger Spitzenbeamte geht davon aus, dass der Druck in den kommenden Wochen noch zunehmen werde. Erfahrungswerte zeigten, dass der Oktober und der November die Monate des stärksten Zulaufs seien. Im Moment ist er hoch durch die Flüchtlinge, die über Ungarn nach Deutschland kommen. Statt bei 1400 wie prognostiziert, lägen die Aufnahmezahlen bei täglich bis zu 2800 so Milk im anschließenden Pressegespräch.

Bei der Unterbringung fielen aktuell auch Tabus. Es gehe in erster Linie darum, Obdachlosigkeit zu verhindern. Als Notunterkünfte genutzt würden einfachste Turnhallen oder eine aufgegebene Kurklinik. In Planung seien in NRW 20 000 zusätzliche Plätze in winterfesten Zelten, die aber eher mit Leichtbauhallen zu vergleichen seien. Auch der Märkische Kreis hat gestern die Bitte des RP um Amtshilfe erhalten, konkret um die Bereitstellung 400 weiterer Plätze (1. Mantelseite).

Die Arbeit der Johanniter , die die Lüdenscheider Einrichtung betreuen, wie auch der Einsatz von Bürgern und ihre Spendenbereitschaft stieß bei den Politikern un beim Milk auf große Zustimmung. „Hier ist die Welt in Ordnung. Das ist nicht selbstverständlich“, sagte er mit Blick auf den reibungslosen Ablauf und die Integration in das Wohngebiet.

Branscheid gab den Dank zurück. „Es wurde nicht gefragt und diskutiert, sondern einfach gemacht“, lobte er die Kooperation mit den städtischen Dienststellen, darunter auch ZGW und STL.

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