Verkehrsunfall ohne letzte Klärung

Lüdenscheid - Bei Verkehrsunfällen sind selten alle Beteiligten einer Meinung. Das zeigte sich jetzt auch bei einer Verhandlung am Lüdenscheider Amtsgericht. Am Ende konnten die Geschehnisse von einst nicht mehr restlos geklärt werden. Die Konsequenz: Einstellung des Verfahrens.

Zum Vorfall selbst: Am 26. Juni 2014 befährt ein Kraftfahrer mit seinem Lastwagen die Altenaer Straße. Der 24-Jährige kommt aus Polen, kennt sich mit den Örtlichkeiten in Lüdenscheid kaum aus. Im Bereich des Rathaustunnels touchiert er bei einem Spurwechsel einen Kleinwagen, der dann wiederum gegen ein weiteres Fahrzeug prallt. So die Aussage mehrerer Zeugen. Der Lastwagenfahrer setzt seine Fahrt indes zunächst fort, wird aber kurz darauf von der Polizei gestellt. Ein Fall von Unfallflucht?

Der angeklagte LKW-Fahrer – angereist aus Polen – stritt das gestern vor Gericht ab. Er will gar nicht bemerkt haben, dass sein Lastwagen den Kleinwagen berührt hat. Was nach Meinung der Prozessbeteiligten auch durchaus denkbar ist. Aufklärung könnte wohl nur das Gutachten eines Sachverständigen bringen. Das aber wird es nicht geben. Denn Richter, Staatsanwalt und Verteidiger waren sich rasch einig, dass die Geschehnisse diesen Aufwand nicht wert sind. Also Einstellung des Verfahren. Der Lastwagenfahrer muss somit nur seinen eigenen Anwalt bezahlen. Die Schadensregulierung und die Klärung von möglichen Ansprüchen bleiben ein Fall für die Versicherungen und eventuell für ein Zivilverfahren.

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