Ideen für „blöde Kreuzung“ am Frankenplatz

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Schilder im Straßenverkehr sind dazu da, beachtet zu werden. Aber dieses, das die Fahrtrichtung geradeaus oder rechts vorschreibt und damit das Linksabbiegen in die Friesenstraße verbietet, nehme offensichtlich kaum jemand wahr, hat Hans-Walter Grote festgestellt.

Lüdenscheid - Der Frankenplatz im Überblick: Viele Wege führen über diese Kreuzung – zur Autobahn oder in die Innenstadt, zum Kindergarten, Kino oder Richtung Stadtpark. Dabei kann so manch’ heikle Situation entstehen, weil dem Autofahrer der Überblick mitunter fehlt. Geparkte Fahrzeuge, falsches Verhalten, zu schnelles Fahren erhöhen zudem das Risiko.

Anlieger Hans-Walter Grote kennt und beobachtet den Betrieb rund um den Frankenplatz seit langem und legt den Finger auf die Wunde. Ein Problem: Wer aus Richtung Stadtpark kommt, dem wird per Schild untersagt, nach links in die Friesenstraße einzubiegen. Doch das Schild werde kaum wahrgenommen, weiß der Rentner.

„Das“, sagt Hans-Walter Grote mit Blick auf den Frankenplatz, „ist ‘ne ganz blöde Kreuzung.“ Er wohnt In der Mark und kennt die Situation als Anlieger, Autofahrer und Fußgänger aus jedem Blickwinkel. Und weil sich die Planer derzeit ohnehin mit der Parkstraße beschäftigten, findet er den Zeitpunkt passend für eigene Anregungen.

Im Kern halte er es für sinnvoll, die Sachsenstraße in dem Teilstück aus Richtung Bayernstraße bis zur Parkstraße zur Einbahnstraße zu machen. Hier sei spätestens nachmittags eine Straßenseite zugeparkt, was einen Begegnungsverkehr unmöglich mache. „Die stehen sich dann gegenüber und keiner gibt nach.“ Zudem könne man von dort als Anlieger sicherer nach rechts in Richtung Stadtpark abbiegen, weil man einen viel besseren Einblick auf die Parkstraße habe als beim Abbiegen von der Friesenstraße aus. Hier nähmen am Fahrbahnrand geparkte Fahrzeuge die Sicht.

Linksabbiegen in Friesenstraße erlauben

Im Zuge dessen müsse zugleich von der Parkstraße aus das Linksabbiegen in die Friesenstraße erlaubt werden. Das ist derzeit nicht erlaubt. Ein Schild, weiße Pfeile auf blauem Grund direkt vor der Kreuzung, schreibt dem fahrenden Verkehrsteilnehmer vor: Hier geht’s nur geradeaus weiter Richtung Franken-/ Winkhauser Straße sowie nach rechts, dem Verlauf der Parkstraße folgend. Wer also aus Richtung Stadtpark kommend zum Kindergarten Friesenstraße möchte, muss frühzeitig in die Sachsenstraße abbiegen und sich von dort aus nähern. Wer das verpasst, muss – theoretisch – den Umweg über Frankenstraße, Heedfelder Straße und zurück über die Winkhauser Straße um jenseits des Frankenplatzes nach rechts in die Friesenstraße abzubiegen. Das, beobachtet Anwohner Grote regelmäßig, mache natürlich niemand. Auch nicht die Dame, die gerade verbotenerweise links abgebogen ist, um ihr Altpapier zur Sammelstelle auf dem Frankenplatz zu bringen. Die spricht er an. „Ich wohne seit 30 Jahren hier“, meint sie kopfschüttelnd. Aber das Schild sei ihr noch nie aufgefallen. Und Hans-Walter Grote fragt sich nicht zum ersten Mal, wer das Schild überhaupt noch wahrnehme.

Auf wenig Gegenliebe stößt bei städtischen Verkehrsplanern die Anregung, diesen Teil der Sachsenstraße in Fahrtrichtung Parkstraße zur Einbahnstraße zu machen.

„Es funktioniert nur als Gesamtpaket“, weiß der 81-Jährige aber auch, der im Laufe seines Berufslebens als Selbstständiger rund 1,7 Millionen Kilometer in seinem Fahrtenbuch verzeichnet hat: die Teil-Einbahnregelung für die Sachsenstraße, Linksabbiege-Möglichkeit in die Friesenstraße. Am Ende, davon ist er überzeugt, reguliere es den Verkehrsfluss.

Das sieht der städtische Verkehrsplaner Christian Hayer anders. Das Schild mit der vorgeschriebenen Fahrtrichtung sei alt, aber sinnvoll. Rund um den Frankenplatz sei ein Unfallschwerpunkt gewesen, auch mit Verletzten. Da habe man reagieren müssen. Inzwischen sei das nicht mehr so. Ob aber deshalb die Unfallkommission eventuell zu anderen Schlüssen kommen würde, bleibe abzuwarten. Man könne das Thema mal vortragen.

Um diesen Bereich sicherer zu machen, habe man zuletzt noch eine provisorische Sperrfläche markiert, die zu schnelles Einfahren in die Parkstraßen-Kurve in der Kreuzung verhindern solle. Dort habe bereits eine Sperrfläche in der Mitte dazu geführt, dass sich die aus Richtung Kino kommenden Fahrzeuge gerader aufstellten; dadurch hätten Autofahrer einen besseren Überblick beim Abbiegen.

„Gegenverkehr kein starkes Hindernis“

Bezüglich einer Einbahnstraßenregelung ist er ähnlich skeptisch; im Grundsatz erzeuge man dadurch mehr Verkehr. Hayer: „Das heißt automatisch, dass alle Fahrzeuge zwangsläufig auf den Frankenplatz gedrückt werden.“ Er glaube nicht, dass der Gegenverkehr ein starkes Hindernis in der Sachsenstraße sei. Trotzdem sollen die Anregungen Thema einer der nächsten Dienstbesprechungen werden. - sum

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