Verkehrsberuhigung in der Oberstadt: „Bequemlichkeit ist Schlüsselqualität“

Oberstadt, Hochstraße, Werdohler Straße, Verkehrsberuhigte Zone, SPD Dateiname: sll1908olberstadt2

Lüdenscheid - „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, in der Hochstraße von „Foto Spelsberg“ bis zur Pizzeria Napoli von spätestens April 2016 an eine verkehrsberuhigte Zone einzurichten.“ So lautet der Antrag der SPD-Ratsfraktion für die Sitzung des Bau- und Verkehrsausschusses am Mittwoch, 9. September, um 17 Uhr im Ratssaal.

Die verkehrsberuhigte Zone diene der Belebung der Alt- und Oberstadt im Sinne des Integrierten Handlungskonzepts Altstadt. Gastronomen erhielten die Möglichkeit, Außengastronomie auf den Bürgersteigen einzurichten, während die Fahrbahn von Fußgängern und fahrzeugen genutzt werden könne, begründet die SPD ihren Antrag. Gleichzeitig müssten sowohl der Busverkehr wie das nächtliche Durchfahrtverbot erhalten bleiben. Mit den Wirten seien Vereinbarungen zu treffen, wie lange die Gastronomie in den Abendstunden geöffnet bleiben können, schreibt die SPD weiter.

„Fremdbeglückung durch Laien“

„Die Oberstadt benötigt keine Fremdbeglückung durch inkompetente Laien“ kommentiert hingegen Christel Gabler die Initiative. Die Geschäftsfrau aus der Hochstraße verweist darauf, dass die dort ansässigen Betriebe auf die Erreichbarkeit auch mit dem Pkw angewiesen blieben. Bislang habe in dieser Hinsicht kein Kommunalpolitiker mit den Händlern Kontakt aufgenommen.

Profitieren dürfte ihrer Einschätzung nach allenfalls die „Platte Bulette“. Die weiteren Gaststätten und Imbissbetriebe hätten keinerlei erkennbares Interesse an einer Außengastronomie. Der Betrieb im Eigenart beginne erst in den Abendstunden. Dann seien aber Konflikte programmiert, wie es bereits mit dem Lønneberga der Fall gewesen sei.

„Der Bus ist unsere Lebensader“

Gablers weitere Befürchtung: Sollte die verkehrsberuhigte Zone durchgesetzt werden, dafür aber der Busverkehr auf der Strecke bleiben, sei dies verheerend für die Zugänglichkeit der Alt- und der Oberstadt. „Der Bus ist unsere Lebensader.“

Gleich nebenan befürchtet Konditor Norman Weßling massive Einbrüche. Das Café sei auf temporäre Haltemöglichkeiten für Pkw angewiesen. Laut Branchenkennzahl mache der Ladenverkauf im Konditorenhandwerk etwa 45 Prozent des Umsatzes aus. Noch höher sei die Zahl vermutlich für die Imbissbetriebe. Ungeklärt ist aus seiner Sicht auch, wer letztlich die Herstellung einer neuen Fahrbahnoberfläche bezahlen werde.

Im Ergebnis entstehe eine lange Fußgängerzone mit nur wenigen Parkplätzen, die aber niemand zu Fuß bewältigen wolle: „Bequemlichkeit ist Schlüsselqualität“, argumentiert Weßling und fragt: „Wenn Verkehrsberuhigung belebt, warum haben wir dann keine blühenden Landschaften in der Altstadt und oberen Wilhelmstraße?“

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