Verkaufsoffener Sonntag: Diese (und mehr) Geschäfte machen mit

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In diesem Lageplan hat die Stadt Lüdenscheid genau markiert, in welchem Bereich Geschäfte am 5. Mai öffnen dürfen - falls dagegen nicht erfolgreich geklagt wird.

Lüdenscheid - Die Stadt hat für den 5. Mai einen verkaufsoffenen Sonntag beantragt. Aber weil das Verfahren kompliziert ist und die Gefahr einer Verdi-Klage nicht vom Tisch, ist der Sonntag alles andere als verkaufsoffen. Denn nur eine begrenzte Anzahl von Geschäften darf überhaupt mitmachen und längst nicht alle wollen das auch.

Die Situation wirkt paradox: Die Weichen für einen lange geforderten verkaufsoffenen Sonntag in Lüdenscheid sind gestellt. Der 5. Mai soll es sein, am Wochenende des Street-Food-Festivals, des Kinderfestes und der Autoschau.

Aber der Handel ist hin- und hergerissen, wie er das finden soll. „Wir haben einen, und das finde ich erst einmal gut“, freut sich Sinn-Geschäftsführer Wilhelm Schnieders über die „Signalwirkung“. Dass das Stern-Center das Datum für nicht geeignet hält und sich gegen eine Öffnung entschieden hat, sieht er skeptisch: „Es wäre uns daran gelegen, dass die ganze Innenstadt aufmacht.“

Das jedoch ist vom Gesetzgeber nicht gewollt und von der Stadt auch nicht beantragt. Die Grenzen, innerhalb derer Läden öffnen dürfen, sind eng definiert, um dem Sonntag keinen „werktäglichen Charakter“ zu geben – was Verdi einen Klagegrund liefern würde. Der, so die Hoffnung, falle durch die Beschränkung auf relativ wenige Läden weg. Ob das Verdi stoppt, bleibt abzuwarten.

So kommt es, dass manche Läden öffnen dürfen, die Nachbarn aber nicht. Beispiel Corneliusstraße: Ronja Eick (Szenario) dürfte, weiß aber noch nicht, ob sie es macht. „Ich entscheide spontan“, sagt sie.

Sebastian Benkhofer (Kaffeekultur) öffnet, gerade weil das Center geschlossen bleibt. „Ich will das mal austesten“, sagt er, findet es aber „lächerlich“, dass Läden zwei Hausnummern weiter geschlossen bleiben müssen.

Das Reisebüro Hollweg bleibt zu („Thema funktioniert für unsere Branche nicht“), ebenso Süßwaren Hussel („bringt nicht viel, zumal das Center nicht öffnet“) und Papageno Feinkost (hätte mitgemacht, aber Terminplanung kam zu kurzfristig).

Auch der Blumenladen im Inselhaus bleibt zu und öffnet dafür lieber am Muttertag. Hörakustik Nockemann will öffnen, zeigt sich aber verunsichert angesichts der zwiespältigen Resonanz und der Gefahr einer Verdi-Klage.

„Wir machen mit“, bekräftigt Björn Jäger (Strodel und Jäger), auch wenn er lieber den 5. Geburtstag des Töchterchens feiern würde. Aber: „Es ist wichtig, Flagge zu zeigen.“ Dass der Standort nicht einheitlich auftritt, hält er allerdings für ein „falsches Signal“. 

Auch Juwelier Hohage macht mit, findet ein geschlossenes Center aber „eher negativ“. Das findet das Nachbargeschäft „New Yorker“ auch – und bleibt daher ebenfalls geschlossen, obwohl man grundsätzlich gerne an verkaufsoffenen Sonntagen teilnehme.

Ebenfalls geschlossen bleiben zum Beispiel Lederwaren Lingenberg oder die Hirsch-Apotheke.

„Ja, wir wären dabei“, heißt es hingegen bei Optik Lüttringhaus. Dort hofft man, dass gutes Wetter den Sonnenbrillen-Verkauf fördert. Dass das Center geschlossen bleibt – „für uns ist es eher besser“.

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