Vergewaltigung: Vier Jahre Haft für Lüdenscheider

LÜDENSCHEID/HAGEN - Wegen der Vergewaltigung seiner ehemaligen Gefährtin und einer damit verbundenen Körperverletzung muss ein 45-jähriger Lüdenscheider für vier Jahre in Haft. Seine einzige Chance für eine Verkürzung dieser Haftzeit bekommt der alkoholabhängige Angeklagte in einer Entziehungsanstalt.

„Ohne erfolgreiche Therapie werden Sie keine Chance haben, vorzeitig entlassen zu werden“, gab der Vorsitzende Richter Marcus Teich dem 45-Jährigen mit auf den Weg. „Ich kann nur hoffen, dass das was wird.“

Der Alkohol und die bösen Folgen seines exzessiven Genusses waren das bestimmende Thema der Urteilsverkündung: „Sie sind ein Mensch, in dessen Leben der Alkohol eine fatale Rolle gespielt hat“, sagte Richter Marcus Teich und schaute auf den Strafregisterauszug mit den Vorstrafen des 45-Jährigen: Trunkenheit habe bei jeder zweiten Straftat eine Rolle gespielt. Darunter waren einige Gewaltdelikte, bei denen der Alkoholkonsum eine entscheidende Rolle gespielt hatte.

Aus der Erfahrung, dass er unter Alkoholeinwirkung leicht die Kontrolle über sich verliere, habe der Angeklagte aber keine Konsequenzen gezogen. Die jetzt verhandelte Vergewaltigung gehöre in den „Bereich besonders schwerwiegender Kriminalität“ und der Angeklagte bewege sich auf einen dauerhaften Freiheitsentzug zu, sagte der Richter: „Noch so ein Vorfall, und es besteht die Gefahr, dass Sie in der Sicherungsverwahrung landen.“

Positiv hielt die 1. Strafkammer dem Angeklagten aber zugute, dass er zwar kein Geständnis abgelegt hatte, dem Anklagevorwurf aber auch nicht entgegengetreten war. Er könne sich nicht an die Tat erinnern, hatte der 45-Jährige erklärt.

Die Tatvorwürfe klärte dafür seine ehemalige Gefährtin, die vor Gericht eine „sehr überzeugende Aussage gemacht“ hatte. Immerhin hatte das Quasi-Geständnis die positive Folge, „dass die Zeugin nicht ganz so intensiv befragt werden musste, wie das ohne ein Geständnis der Fall gewesen wäre. Und ihren Kindern blieb die Aussage vor dem Landgericht ganz erspart.

Da das Urteil auch das Ergebnis einer verfahrensabkürzenden Absprache zwischen den am Prozess beteiligten Juristen war, gab es in den Plädoyers keine Abweichungen von dem letztlich verkündeten Strafmaß. - thk

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare