Andacht auf dem Weihnachtsmarkt

Vereint im Gedenken: Andacht auf dem Weihnachtsmarkt

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Im Weihnachtshaus und auf dem Platz davor drängten sich die Lüdenscheider, um der Opfer von Berlin zu gedenken. Wer wollte, konnte einen Lichtergruß aufstellen.

Lüdenscheid - Im Gedenken an die Opfer des Terroranschlags in Berlin verstummte die feierabendliche Fröhlichkeit auf dem Weihnachtsmarkt am Freitag für eine Minute. Im Weihnachtshaus und am dicht umlagerten Glühweinstand herrschte einträchtige Stille.

Ein berührender Moment, in dem die „Partyzone“ eins wurde im Schweigen mit den Trauernden nebenan. Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg fand die richtigen Worte, um die Menschen in Respekt und Achtung vor den Getöteten zusammenfinden zu lassen. Ihr Dank galt auch den Helfern, nicht nur in Berlin, sondern auch hier vor Ort: den Sicherheits- und Rettungskräften, den Ehrenamtlichen.

„Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass der schreckliche Terrorismus auch bei uns ist“, sagte Bürgermeister Dieter Dzewas in einer kurzen Ansprache im Weihnachtshaus. Dort saßen die Menschen dicht gedrängt, die dem Aufruf gefolgt waren. Draußen drängten sich weitere Menschen, die das Gesagte über Lautsprecher verfolgten. Dzewas sprach von der „Illusion von Sicherheit“, bekräftigte aber zugleich: „Wir sollten die Werte des christlichen Abendlandes in dieser Stadt weiter praktizieren.“

Umrahmt von Liedern der Hoffnung von Daniel Scharf und dem Trompetenspiel von Pfarrer Holger Reinhardt zitierte anschließend der katholische Seelsorger Johannes Broxtermann noch jenen französischen Journalisten, der seine Frau bei dem Bataclan-Attentat verloren hatte: „Nein, Ihr bekommt meinen Hass nicht.“ Und: „Ihr wollt, dass ich meine Freiheit der Sicherheit opfere.“ Das werde nicht geschehen. Als sichtbares Zeichen wurden anschließend Lichter der Hoffnung angezündet.

„Wir wollen ja immer etwas tun, aber erstmal sind wir ohnmächtig“, stellte Broxtermann abschließend fest. „Aber nicht wir retten die Welt. Eine andere Macht tut das. Wegen dieser Macht feiern wir Weihnachten.“

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