Nordkreis tagt bereits an der Volme

Geschäftsstelle zu groß: Verdi prüft Umzug nach Hagen

+
Das Eingangsschild an der Geschäftsstelle hat möglicherweise in einigen Monaten nur noch Erinnerungswert.

Lüdenscheid - Eine komplette Etage mit sieben Büros und einem Konferenzraum – die Verdi-Geschäftsstelle an der Kölner Straße leidet nun wirklich nicht unter beengten Platzverhältnissen. Die gesamten 189 Quadratmeter teilen sich Ulrich Padberg, Geschäftsführer des Bezirks Südwestfalen, und eine Verwaltungsangestellte. „Die Kostenstruktur ist nicht mehr zu rechtfertigen“, erklärte der Gewerkschafter.

Nach einer Beschlusslage des Kreis- und Bezirksvorstandes soll diese Dependance zum 30. September 2016 aufgegeben werden. Die Kündigung des Mietverhältnisses müsste bis Ende März erfolgen. Entscheidungen von Verdi auf Landes- und Bundesebene stehen aber noch aus.

Die Verdi-Geschäftsstelle ist in Lüdenscheid noch an der Kölner Straße 152 untergebracht. Doch das Domizil ist auf einer Etage mit 189 Quadratmetern deutlich zu groß dimensioniert.

Personelle Konsequenzen zöge eine Standort-Aufgabe nicht nach sich: „Die Mitarbeiterin bekäme ein neues Angebot. Das dürfte nicht das Problem sein.“ Sollten die obersten Gremien der Bündelung zustimmen, wäre der Bezirk mit eigenen Geschäftsstellen in Hagen und Gevelsberg vertreten. Die Einrichtung im Ennepe-Ruhr-Kreis steht nicht zur Disposition. Lüdenscheid sei zwar Anlaufstelle für den Südkreis, der gesamte Nordkreis mit Iserlohn, Hemer und Menden nutze aber die Geschäftsstelle in Hagen, so Padberg weiter. „Die Kolleginnen und Kollegen machen nicht noch den Schlenker in die Kreisstadt.“ Die bisherige Dreiteilung hat historische Gründe. Der Verdi-Bezirk Südwestfalen wurde offiziell am 10. November 2006 in der Stadthalle in Hagen mit der ersten gemeinsamen Bezirkskonferenz gegründet. Rund 250 Delegierte aus den Alt-Regionen Hagen, Märkischer Kreis und dem Ennepe-Ruhr-Kreis bestätigten nach intensiven Vorgesprächen den Zusammenschluss zu einem neuen Großbezirk mit rund 25 000 Mitgliedern. Heute zählt die Arbeitnehmervertretung noch knapp 23 000 Mitglieder in Südwestfalen.

Ganz unabhängig von solchen räumlichen Überlegungen stehe die Gewerkschaft vor tiefgreifenden organisatorischen Veränderungen, so Padberg weiter. Die nach der IG Metall zweitgrößte Einzelgewerkschaft will in jedem Landesbezirk sogenannte Verdi-Zentren aufbauen. In Niedersachsen, Bayern und Bremen sind entsprechende Pilotprojekte bereits angelaufen. Wesentliches Ziel ist, die Einzelberatung für die Mitglieder auf Fachleute für rechtliche und tarifliche Fragen zu konzentrieren und neue Spielräume für die Arbeit in den Betrieben und Verwaltungen zu schaffen. Die Zentren sollen insbesondere in arbeits- und tarifrechtlichen Fragen für eine schnelle Abwicklung sorgen. Parallel will die Gewerkschaft ihre Funktionäre von Verwaltungsaufgaben entlasten, um stattdessen den Kontakt zu Mitgliedern und Betrieben zu intensivieren.

„Es passiert derzeit eine ganze Menge“, beschreibt Padberg die aktuelle Situation. Losgelöst von allen strategischen Überlegungen spiele Lüdenscheid für Verdi aber weiterhin eine wichtige Rolle: „Wir werden auf jeden Fall Tagungs- und Beratungsmöglichkeiten in der Stadt anbieten“, versicherte der Geschäftsführer – möglicherweise in der Verwaltungsstelle der IG Metall an der Augustastraße.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare