Verdächtiger Briefträger bald vor Gericht

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Werbesendungen, Privatbriefe, aber auch eine Zustellungsurkunde fanden sich im März in einem Altpapiercontainer.

Lüdenscheid - Mindestens 300 nicht zugestellte Briefe fand eine Passantin im März in einem Altpapiercontainer an der unteren Parkstraße. Nun muss sich der zuständige Briefträger voraussichtlich im November wegen Verletzung des Postgeheimnisses vor dem Amtsgericht verantworten, bestätigt Postsprecher Alexander Böhm.

Von Olaf Moos

Wie viele Sendungen tatsächlich abhanden gekommen sind und wie groß der Schaden tatsächlich ist, lässt sich auch aus Sicht der Post – wie berichtet – nicht ermessen. Nach dem Fund in dem Container beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft die Briefe nach LN-Informationen zunächst zu Ermittlungszwecken, gab sie aber wenige Wochen später wieder frei. Wie Alexander Böhm sagt, habe die Post die Briefe den Adressaten sofort darauf zugestellt. Böhm: „In solchen Fällen gibt es grundsätzlich ein Begleitschreiben der Post mit der Bitte, die Verzögerung zu entschuldigen.“

Die Lüdenscheiderin Anja Reichow etwa, wohnhaft in dem „bestohlenen Bezirk“, hat jedoch eine andere Erfahrung gemacht. Monatelang wartete sie verunsichert auf die Bestätigung einer Reise, die sich für sich und Verwandte gebucht hatte. Nach Aussage des Veranstalters war der Brief am 2. Oktober in die Post gegangen. Vor rund zwei Wochen – neun Monate nach Antritt der Reise – kam die Bestätigung nun bei Anja Reichow an. Ohne Begleitschreiben der Post.

Alexander Böhm schließt nicht aus, dass es sich bei dem Brief um einen „Irrläufer“ handelt. „Möglicherweise ist er in einem falschen Briefkasten gelandet, und der falsche Adressat hat ihn erst jetzt weitergereicht.“

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