Fund in Lüdenscheid-Brügge

UPDATE Geheimnisvoller Tresor in Wohnung - Polizei engagiert Panzerknacker!

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Der Tresor wird nun geknackt. 

[UPDATE Samstag 9 Uhr] Lüdenscheid - Nach einem Hinweis findet die Polizei in einer versteigerten Wohnung in Lüdenscheid-Brügge einen mannshohen Tresor. Der Schlüssel bleibt verschwunden. Jetzt hat die Polizei einen Panzerknacker bestellt. 

Der Krimi um den Tresor, der vor neun Tagen in einer leerstehenden Brügger Wohnung sichergestellt worden war, erhält eine Fortsetzung. Wie Polizeisprecher Christof Hüls auf Anfrage mitteilte, seien alle Versuche, den Schlüssel für den Tresor zu finden, fehlgeschlagen. 

Nun rückt die Polizei dem massiven Stahl-Koloss mit schwerem Gerät zu Leibe. „Wir haben für die nächste Woche einen Panzerknacker bestellt“, sagt Hüls. Dabei handelt es sich um einen externen Fachmann, der für die Öffnung mit dem Schweißbrenner zwischen vier und fünf Stunden Arbeitszeit veranschlagt hat. 

Welches Geheimnis birgt der Tresor, der am Donnerstag in Brügge sichergestellt wurde?

Zwischenzeitlich hatte die Polizei Kontakt zu dem 32-jährigen Eigentümer des Tresors aufgenommen und mit ihm sogar gemeinsam nach dem Schlüssel gesucht. Gegenüber den Beamten machte er nun widersprüchliche Angaben zum Inhalt. 

Im ersten Gespräch hatte der Dortmunder allerdings davon gesprochen, dass der Tresor Waffen und Bargeld beinhalte. Dieses Wort zählt nach wie vor für die Ermittler. 

„Wir wissen nicht, ob sich etwas in dem Tresor befindet“, sagte Polizeisprecher Hüls. Zur Vermeidung von Straftaten sei die Polizei daher gehalten, den Tresor zu öffnen. Das soll nun in der nächsten Woche geschehen.

Verdacht auf Waffen: Bergung des Tresors in Lüdenscheid

Das war der Stand vom 2. August

Auf Nachfrage hat die Polizei neue Details zum Tresorfund in Brügge bekanntgegeben. Es besteht der Verdacht, dass sich in dem Tresor gefährliche Gegenstände befinden.

Der Hinweisgeber sprach von Waffen. Auch Bargeld soll sich in dem verschlossenen Safe befinden. Sollte sich der Verdacht bestätigen, liege der Schluss nahe, dass Waffen und Bargeld im Zusammenhang mit einer Straftat stehen könnten. 

Daraufhin nahm die Polizei Kontakt mit der zuständigen Staatsanwaltschaft auf, um einen Beschluss zur Sicherstellung des Tresors zu erwirken. Die Staatsanwaltschaft gab grünes Licht, was den aufwendigen Einsatz des Technischen Hilfswerks an der Volmestraße (B54) zur Folge hatte. 

Der Tresor wurde gesichert.

Daraufhin wurde der sehr schwere und mannshohe Tresor mit einem Tele-Lader aus der leerstehenden Wohnung geborgen und abtransportiert. Er steht nun gut gesichert in Lüdenscheid und soll in den nächsten Tagen von Spezialkräften geöffnet werden. Es sei denn, der Besitzer meldet sich und kommt mit dem Safe-Schlüssel vorbei, wie Polizeisprecher Dietmar Boronowski deutlich machte. Dann hoffentlich "nüchtern und lieb". 

Wie erst am Freitag bekannt wurde, war es der 32-jährige Dortmunder selbst, der am Donnerstagmittag die Polizei rief. Er stehe vor einer Wohnung, in der er mal gewohnt habe und komme nicht hinein, hatte er bei seinem Notruf angegeben. Die Wohnungen waren als Teil eines Pakets vor einigen Wochen versteigert worden. Der neue Besitzer des Komplexes hatte die Schlösser ausgetauscht. 

Der Einsatz nach dem Notruf des 32-Jährigen wurde zunächst als "Hilfeersuchen" geführt. Die Beamten machten sich auf den Weg nach Brügge. Doch für die Lüdenscheider "Freunde und Helfer" hatte der offensichtlich alkoholisierte Dortmunder vor Ort nur Schimpf und Schande übrig.

"Er hat sich daneben benommen, hatte große Klappe. Wir haben einen Platzverweis erteilen müssen", erklärt Boronowski. Im Rausgehen habe er dann "eine Ente zu Wasser gelassen", wie es der Polizeisprecher  ausdrückt. "Er hat gesagt: Wenn ihr wüsstet, was da drin ist: Waffen und Bargeld." Anschließend habe er die Örtlichkeit verlassen. 

Da der Verdacht auf Waffen aufgrund der Vorgeschichte des polizeibekannten Dortmunders nicht ganz auszuschließen war, entschied man sich, den Tresor sicherzustellen. Jetzt warten die Polizeibeamten darauf, dass sich der 32-Jährige wieder bei der Lüdenscheider Polizei meldet - und den Schlüssel mitbringt. 

"Eine skurrile Geschichte", findet Polizeisprecher Dietmar Boronowski. 

Nachtrag: Inzwischen gibt es auch nähere Angaben zum Gewicht des Tresors. Ein Tresor-Händler schätzt den Safe anhand der Fotos je nach Bauart auf 600 Kilogramm bis 1,5 Tonnen. Im Falle eines Transport-Auftrages für einen unbekannten Schrank würde der Händler logistisch von etwa 800 Kilogramm ausgehen. Bei dem Hersteller des älteren Modells handelt es sich möglicherweise um Pohlschröder.

Das war der Stand am 1. August: 

ERSTMELDUNG: Die Polizei bestätigt den Einsatz am Abend direkt an der Bundesstraße 54 (Volmestraße) in Brügge. Es bestehe der Verdacht, dass sich in dem Tresor gefährliche Gegenstände befinden, sagte ein Polizeisprecher - unter Umständen könnte es sich um Waffen handeln. Es sei aber auch denkbar, dass der Tresor leer ist. 

Kurios: Die Polizei weiß, wer den Schlüssel hat. Der Mann ist aber untergetaucht. 

Gebäudekomplex wurde jüngst versteigert

Der Tresor befindet sich in einer vermeintlich leerstehenden Wohnung in einem teilweise verlassenen Fabrik-Komplex. Erst im Juni wurden mehrere Gebäude mit der Adresse Volmestraße 65, 67 und 69 versteigert (Mindestgebot: 175.000 Euro). 

Der neue Besitzer tauschte in den vergangenen Wochen alle Schlösser aus - und bemerkte schließlich, dass ein Mann versuchte, in die Wohnung mit dem Tresor zu gelangen. Doch sein Schlüssel zur Wohnung passte nicht mehr, der Mann ließ von seinem Vorhaben ab. 

Zudem erhielt die Polizei einen Tipp, dass sich in einem Tresor in einer Wohnung verdächtige Gegenstände befinden. Bereits am Mittag fuhr die Polizei in Brügge vor und entdeckte den nach jüngsten Schätzungen bis zu 2,5 Tonnen schweren Tresor. 

THW soll Tresor heben

Schließlich entschied man sich, den Tresor als Ganzes sicherzustellen, "um Zeit zu gewinnen", wie ein Polizeisprecher sagt. Das aber ist gar nicht so einfach. Man forderte Verstärkung durch das Technische Hilfswerk an, das zusagte, den Tresor durch ein Fenster aus der Wohnung zu heben. 

Gegen 20.45 Uhr war der Einsatz beendet. Der Tresor wurde - unter den Augen der Polizei - aus der Wohnung befördert und verladen.  

Unklar ist, wie der Tresor in die Wohnung kam

In den nächsten Tagen soll der Tresor geöffnet werden - im besten Fall mit dem Schlüssel des gesuchten Besitzers. 

Wie der Tresor in die Wohnung kam, ist völlig unklar. 

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