Bundesweite Razzia

Verdacht auf Schwarzarbeit: Fahnder stürmen Kundentoilette des Stern-Centers in Lüdenscheid

Beamte des Zoll auf Rolltreppe
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Gegen 10.30 Uhr sprangen Zollbeamte in der Fußgängerzone aus ihren Einsatzwagen und steuerten die Besucher-Toilette des Stern-Centers im ersten Obergeschoss an.

Bei einer bundesweiten Razzia haben am Dienstagmorgen 300 Beamte des Zolls und der Steuerfahndung 58 Objekte durchkämmt – auch die öffentliche Toilette im Stern-Center an der Wilhelmstraße in Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Im Fokus der Razzia steht eine Münsteraner Firma, die auf die Reinigung von WC-Anlagen spezialisiert ist. Das bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft Münster, Martin Botzenhardt.

Gegen 10.30 Uhr stellten acht Frauen und Männer vom Zoll ihre vier Einsatzfahrzeuge direkt in der Fußgängerzone vor dem Haupteingang des Stern-Centers ab.

Sie nahmen sofort die Rolltreppe ins erste Obergeschoss und stürmten die neu eingerichtete Besuchertoilette neben der Fielmann-Filiale. Dort hielten sie sich mehrere Stunden auf.

Ermittlungen gegen Chef einer Reinigungsfirma

Wie Oberstaatsanwalt Botzenhardt mitteilt, richtet sich das Ermittlungsverfahren seiner Behörde gegen den Geschäftsführer der Reinigungsfirma. Am Morgen habe es bereits drei Festnahmen gegeben. Die Ermittlungen dauern an.

Das Geschäftsmodell funktioniert laut Botzenhardt so, dass die Firma Toilettenanlagen, vorzugsweise in Einkaufszentren, komplett anmietet und mit eigenem Personal für Sauberkeit sorgt. Es habe sich der Verdacht ergeben, dass die Angestellten nur zum Teil mit versicherungspflichtigen Jobs angemeldet sind.

Diejenigen, die behördlich ordentlich gemeldet sind, sollen nach derzeitigem Kenntnisstand mehr gearbeitet haben als gegenüber den Versicherungsträgern angegeben. Es geht also um nichts weniger als um Schwarzarbeit im großen Stil.

Von Center-Manager Daniel Dalsasso war zu dem Einsatz am Dienstag keine Auskunft zu erhalten.

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