Strafprozess am Donnerstag

Verdacht auf illegales Autorennen: Nagelneuer schwarzer AMG ist Schrott

Demolierter Mercedes nach Verkehrsunfall
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Der AMG-getunte Mercedes hatte nach dem mutmaßlichen Autorennen nur noch Schrottwert.

Am 11. Januar vergangenen Jahres rast ein schwarzer C-Klasse-Mercedes 220d mit AMG-Tuning-Ausstattung „im Tiefflug“ die Lennestraße hoch, der Fahrer bremst in der Rechtskurve vor der Worth-Kreuzung abrupt ab. Das Auto prallt gegen einen Bordstein, hebt ab, segelt über die Verkehrsinsel und nietet einen Ampelmasten um. Die Frage, ob der Bruchpilot, ein damals 29 Jahre alter Mann aus Dortmund, sich ein illegales Autorennen mit einem Kontrahenten geliefert hat, wird die Justiz am Donnerstag beschäftigen.

Lüdenscheid - An der Unfallstelle behauptete der Angeklagte laut Polizeibericht, „höchstens 60“ gefahren zu sein und weigerte sich, seinen Führerschein sicherstellen zu lassen. Darauf beschlagnahmten die Beamten das Dokument, stellten den Unfallwagen sicher und beauftragten einen Kfz-Sachverständigen damit, die Fahrzeugdaten auslesen.

Zwei Tage später meldete sich ein Zeuge, der einen ersten Hinweis auf ein Autorennen gab. Bei dem Fahrzeug des vermeintlichen Gegners soll es sich um einen grauen 3er-BMW mit MK-Kennzeichen gehandelt haben, in dem ein einzelner Mann saß.

Sollte sich der Vorwurf des Autorennens vor Gericht als wahr erweisen, droht dem Angeklagten eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren. Eine Strafrechtsänderung trat wegen der Zunahme der Zahl illegaler Rennen im Oktober 2017 in Kraft.

Der Wagen, in dem der heute 30-Jährige saß, hatte erst 1500 Kilometer auf dem Tacho. Ob die Ermittler bei der Suche nach dem grauen BMW fündig geworden sind, ist noch nicht bekannt. Über das tatsächlich gefahrene Tempo und die Auswertung der Unfallspuren wird der Neuenrader Kfz-Sachverständige Lutz Bölter ein Gutachten erstatten.

Der Prozess vor dem Schöffengericht findet am Donnerstag ab 13.20 Uhr im Saal 125 des Amtsgerichts statt.

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