Verbraucher zögern, Tafel freut sich: Ei-Überangebot

Dieter Rabenschlag und die anderern Ehrenamtlichen der Tafel haben im Moment viel mehr Eier als sonst zu verteilen.

LÜDENSCHEID ▪ „Auch wir haben kartonweise Eier im Kühlhaus“, bestätigte Dieter Rabenschlag von der Lüdenscheider Tafel gestern die Erfahrungen von Mitstreitern in anderen Städten. Der Grund: Als Folge des Dioxin-Skandals bleiben offensichtlich manche Supermärkte auf ihren Eiervorräten aus „sauberer“ Produktion sitzen – und geben sie nun weiter.

Interessanterweise kommen die großen Lieferungen nicht aus Lüdenscheid und Umgebung, sondern werden aus Dortmund abgeholt. Zwar hat die Dortmunder Tafel selbst sechs Ausgabestellen, aber stößt mitunter an ihre Grenzen: „Die können das gar nicht alles selbst verteilen.“ Aus Lüdenscheid, so heißt es, seien „nur ein paar Schachteln“ dabei. Rund 300 Eier in Zehnerkartons passen in eine große Kiste; zwei Kisten warteten gestern früh, während der geschäftigen Vorbereitungen auf die Nachmittagsausgabe, noch aufs Einräumen. Doch im Regal mit den Backzutaten war kein Platz mehr: Auch hier stapelten sich bereits die Eierkartons.

„Sonst ist es schon viel, wenn wir eine Kiste haben“, weiß Rabenschlag. Aber er und die anderen Ehrenamtlichen der Tafel haben gelernt, mit dem umzugehen, was sie haben. Auf eine Schwemme folgen „Löcher“ – das ist das Einzige, was die Aktiven mit Sicherheit wissen. „Das wird wieder passieren, dass unsere Fahrer kommen und sagen: ‚Wir haben nichts.‘“

Zuversichtlich sind die Helfer, dass die Eier rechtzeitig Abnehmer finden. Denn zur Monatsmitte, das ist bekannt, steigt die Nachfrage. Diesmal ist man gut gerüstet, hat einiges in den Regalen. Dass Eier und Ei-Produkte in der Folge des Skandals in der Diskussion sind, kommentiert Rabenschlag achselzuckend. „Ich lasse mir mein tägliches Frühstücksei nicht nehmen.“

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