Neues Veranstaltungsformat in der Phänomenta

"Kunst gegen Bares" kommt an

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Die Erstausgabe "Kunst gegen Bares" kam gut an.

Lüdenscheid - Die Frage danach, was Bühnenkunst den Menschen inmitten einer Wegwerfgesellschaft noch wirklich wert ist, wurde bei der ersten Ausgabe der bundesweit erfolgreichen Veranstaltungsreihe „Kunst gegen Bares“ in Lüdenscheid klar beantwortet: viel!

Die Idee hinter „Kunst gegen Bares“ ist einfach: Das Publikum schaut sich verschiedene Bühnendarbietungen an, um im Anschluss ihre Lieblingskünstler mit einer Geldspende zu belohnen. Waren die Initiatoren der Lüdenscheider Ausgabe, die Musiker Melina Fuhrmann und Nando Andreas, zu Beginn noch skeptisch, ob der Veranstaltungsraum in der Phänomenta voll werden könnte, enttäuschten sie die Lüdenscheider nicht und füllten die 120 Personen umfassende Location.

Auch die Spendenbereitschaft war groß: Insgesamt verteilten sich mehr als 700 Euro auf die Sparschweine der sechs Künstler inklusive eines allgemeinen Schweins, in das diejenigen spenden konnten, die sich nicht für einzelne Acts entscheiden konnten. Die beiden Gastgeber, die den Abend mit ihrer Liebeserklärung an ihre Heimatstadt Lüdenscheid, dem Lied „Da wo mein Herz schlägt“ eröffneten, begrüßten auch den Erfinder des Kunst-gegen-Bares-Konzeptes, Gerd Buurmann, in der Phänomenta. Buurmann beschränkte sich nicht nur darauf, den Abend mit zu moderieren, sondern unterhielt das Publikum auch mit eigenen Comedy-Einlagen.

Nach der Auszählung des Inhaltes der einzelnen Sparschweine landete der in Oldenburg lebende US-Amerikaner Jeff Hess auf dem dritten Platz. Er trat an diesem Abend zwar als letzter auf, wirbelte den Saal jedoch mit seiner tollen Physical Comedy ordentlich durcheinander. Ohne Berührungsängste ging der Comedian auf Tuchfühlung mit dem Publikum, schnappte sich Dimitri aus der ersten Reihe und legte mit ihm ein Chaos-Tischtennis-Match aufs Parkett. Aus Lüdenscheid kam der am Ende Zweitplatzierte Zauberer Arnd Clever.

Die Gäste honorierten die Kunst mit Geld, das sie in die Sparschweine warfen.

Auf intelligente und urkomische Weise servierte Clever sozusagen alten Zauberwein in neuen Comedy-Schläuchen. Für sich genommen hätten die Zaubereien mit dem Seil, das zerschnitten, verknotet und wie durch Zauberhand wieder zusammengefügt wird, wohl nur wenige hinter dem Ofen hervorgelockt, doch in Kombination mit dem guten alten Ültje-Werbelied (natürlich mit neuem Text) kamen die Zuschauer aus dem Lachen gar nicht mehr heraus.

Auf einen mehr als verdienten 1. Platz landete Singer-Songwriter Max Scheer. Obwohl waschechter Bonner, klangen seine Eigenkompositionen nicht anders, als ob sie von einem waschechten US-Musiker aus Austin, Texas stammen würden. Der überaus authentische Gesang und das Gitarrenspiel des 31-jährigen machten die Vorstellung perfekt. Schließlich lieferten auch die drei übrigen Acts Unterhaltung auf hohem Niveau ab, zum Beispiel der Comedian Jan Preuß, der als gelernter Erzieher neue und sinnvolle Titelvorschläge für Kinderbücher wie „Connie und der BAFÖG-Antrag“ oder „Connie treibt ab“ auf Lager hatte. Der Musiker Knudi aus Mühlheim an der Ruhr lieferte solides Singer-Songwriter-Handwerk mit deutschen Lyrics, und von Franziska Schicketanz (Gesang), die mit ihrem Gitarristen Arthur Schulz nach Lüdenscheid gekommen war, hörten die Zuschauer quasi ein drei Songs umfassendes Konzept-Werk.

Melina Fuhrmann und Nando Andreas zeigten sich nach dem Start der Reihe „Kunst gegen Bares“ optimistisch, dass noch in diesem Jahr eine weitere Ausgabe folgt.

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