Veranstalter-Streit um die Autoschau im Mai

Spaß auf der Autoschau soll es auch am dritten Mai-Wochenende geben. Doch wer wird diesmal der Veranstalter?

LÜDENSCHEID - Um die Ausrichtung der geplanten Autoschau auf dem Sternplatz und im Rosengarten am Wochende 14./15. Mai mit verkaufsoffenem Sonntag gibt es Streit. Der führte dazu, dass Dieter Rotter vom Bauservice im Rathaus erstmals mehr als eine Bewerbung vorliegen hat – laut LN-Informationen sind es sogar drei. .

Das macht jetzt eine Entscheidung des Verwaltungsvorstands um Bürgermeister Dieter Dzewas notwendig, die es so noch nie gegeben hat: den Grundsatzbeschluss über Art und Ablauf eines Auswahlverfahrens. Dies, sagte Dieter Rotter gestern, sei in Vorbereitung

Zum Hintergrund: Seit 2006 organisierte die Olper Veranstalterin Sylke Stamm jährlich die Autoschau. Sie gewann die Autohäuser, plante die Abläufe und hatte bei der Durchführung viele Hürden zu überwinden: die jahrelangen Bauarbeiten auf den Plätzen, Wahlkampfstände, Wochenmärkte – und das Wetter. Im letzten März sorgten Schnee und Eis dafür, dass eine vorgezogene Autoschau nicht zustande kam. Die Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH (LSM), zuständig für die Gestaltung verkaufsoffener Sonntage, sagte den Autohändlern von sich aus ab. Laut Geschäftsführer Jörg Marré hatten aufgrund der eisigen Witterung nicht genug Teilnehmer zugesagt.

Sylke Stamm dagegen sagt, sie habe den März-Termin halten wollen. Die Absagen hätte nur sie als Veranstalterin des Spezialmarktes vornehmen dürfen. Ein Telefonat darüber führte zum Bruch – Marré will seither mit dem Büro Stamm nicht mehr zusammenarbeiten. Es gebe keine langfristigen Verträge, und unter den Kooperationspartnern sei nie Geld geflossen. Die LSM verdiene ohnehin nichts an den Veranstaltungen; man habe nur ein attraktives Rahmenprogramm für die Sonntage zu besorgen. Dafür dürfe die GmbH auch die Partner wechseln.

Laut Marré meldete sich die heimische Kfz-Innung und bot von sich aus die Organisation der Schau 2011 an. Die LSM nahm dankend an, „zumal es unserem Konzept entspricht, mit Lüdenscheider Unternehmen zu arbeiten“.

Als Sylke Stamm dann am 9. Dezember wie üblich ihren Sondernutzungsantrag für die Plätze der Autoschau im Mai einreichte, wurde ihr nach eigenen Angaben im Rathaus erklärt: „Das machen wir jetzt selbst.“ Die LSM hätte den Termin schon reserviert.

Die verblüffte Olperin fühlte sich ausgebremst – und will jetzt notfalls vors Verwaltungsgericht ziehen. Für sie darf die LSM als kommunal dominierte Gesellschaft gar nicht als Veranstalterin auftreten und mit Privatfirmen konkurrieren. Die LSM gehöre zu 30 Prozent der Stadt, zu je 20 Stadtwerken und Sparkasse. Diese Gesellschafter, die alle zur öffentlichen Hand zählten, seien rechtlich gesehen die Auftraggeber.

Zudem reicht es laut Sylke Stamm auch nicht, bloß einen Termin zu blockieren. Ein kompletter Antrag auf einen Spezialmarkt habe laut Gewerbeordnung Inhalte und Termine aufzuführen. Das habe sie wie immer getan, vor gut zwei Monaten, und bisher ohne Zu- oder Absage.

Sylke Stamm will jetzt Klarheit – mit einem rechtsmittelfähigen Bescheid der Stadt.

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