Schwerer Schicksalsschlag

Nach Unfall: Sohn kämpft in Türkei um sein Leben - Familie hofft auf Hilfe

Valon Qela (rechts) mit seiner Frau und seinen Eltern. Jetzt liegt er nach einem Unfall schwerstverletzt im Krankenhaus.

Lüdenscheid - Ein junger Mann, der mit seiner Familie als Flüchtling nach Lüdenscheid kam, kämpft in Istanbul um sein Leben. Seine Familie ist verzweifelt. So kann man helfen.

Die Familie Qela hat erneut einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen: Ihr Sohn Valon ist bei einem Autounfall lebensgefährlich verletzt worden. Er liegt in einem Istanbuler Krankenhaus und ist dort ins Koma versetzt worden. Freunde aus Lüdenscheid haben eine Spendenaktion auf den Weg gebracht. 

Detlev Simon und seine Frau Rendel, Leiterin der Psychologischen Beratungsstelle an der Lessingstraße, die den Kontakt zur Familie seit vielen Jahren halten, schildern gegenüber den LN die näheren Umstände und haben eine Spendenaktion auf den Weg gebracht:

„Kurz vor dem Jahreswechsel befand sich Halis Sohn Valon mit drei Kollegen auf der Heimfahrt von einer Firmenfeier – er arbeitet bei einer Bank in Prishtina. Die näheren Umstände kennen wir nicht, auf jeden Fall kam das Auto von der Straße ab und prallte gegen eine Mauer.

Die beiden Kolleginnen waren auf der Stelle tot, Valon Qela und der männliche Kollege, der das Fahrzeug steuerte, überlebten schwerstverletzt. Im Kosovo mit den eingeschränkten medizinischen Möglichkeiten wäre die Überlebenschance bei Null gewesen, weswegen der Arbeitgeber entschied, die beiden umgehend nach Istanbul auszufliegen.

Den aktuellen Zustand des Kollegen kennen wir nicht, Valon ist im Prinzip noch nicht behandlungsfähig, wird noch im Koma gehalten – seine Verletzungen sind schwerstens. Valons Eltern und seine Frau haben sich umgehend nach Istanbul aufgemacht. Valon ist seit circa zwei Jahren verheiratet und hat einen kleinen Sohn.

Ohne die Situation völlig überblicken zu können, war uns klar, dass das auch finanziell eine absolute Katastrophe darstellen würde – Behandlungskosten, Unterbringung in Istanbul, Verdienstausfall. In einer Ad-hoc-Aktion haben wir in unserer Gemeinde schnell 1400 Euro zusammengelegt und überwiesen, wohl wissend, dass das allenfalls ein Tropfen auf den heißen Stein sein würde.

Mittlerweile hat die Klinik ihre erste Kostennote geschickt – 65 000 Euro. Davon übernimmt Valons Arbeitgeber 50 000 Euro. Für die bislang restliche Summe und die Nebenkosten muss die Familie aufkommen. Auf jeden Fall haben wir bei unserem Hilfswerk „Global Care“ wieder ein Sonderkonto einrichten lassen und sind dabei, in unserem Umfeld die Kontakte zu informieren, die die Familie Qela kennen.“

Der Bezug zu Lüdenscheid hängt mit dem Kosovo-Krieg zusammen. Ende der 90er-Jahre flüchtete Halil Qela nach Lüdenscheid, lernte schnell Deutsch und engagierte sich stark für Hilfstransporte, half Landsleuten als Dolmetscher, begleitete sie zu Behörden oder in Krankenhäuser, hielt Vorträge und arbeitete eng mit der Migrationsberatungsstelle des Diakonischen Werkes zusammen.

Nach dem Krieg kehrte er mit seiner Familie in den Kosovo zurück. Der Kontakt zu ihm und seiner Familie riss nie ganz ab. Das zeigte sich vor knapp zwei Jahren, als sich Halil Qela dringend einer Herzoperation unterziehen musste. Ohne sie hätte Halil nicht überlebt. Auch hier konnte die Familie die immensen Kosten der Operation nicht stemmen. 

Detlev und Rendel Simon starteten damals erfolgreich eine Spendenaktion und hoffen auch jetzt wieder auf Unterstützung für seinen Sohn Valon. „Die Spendenabwicklung läuft wieder über das Hilfswerk ,Global Care’, die Einrichtung, für die Halil Qela auch im Kosovo ehrenamtlich tätig war“, sagt Detlev Simon.

Das Spendenkonto: Global Care, Fritzlar VR Schwalm-Eder IBAN DE23 5206 2601 0500 2121 21 Verwendungszweck: 7750-013 Med. Hilfe Valon Qela

Bedingt durch die Gemeinnützigkeit des Werks sind Spenden auch wieder abzugsfähig

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