Aktion am 6. Oktober

Vater (36) aus Lüdenscheid ist todkrank - Freunde organisieren Lebensretter-Aktion

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Daniel Eick mit Töchterchen Marlen auf den Schultern. 

Lüdenscheid – Daniel Eick trat jahrelang als Rapper „Sirviva“ (sprich survivor, englisch für Überlebender) auf, jetzt kämpft er um sein Leben. Die letzte Überlebenschance ist eine Stammzellenspende. Seine Freunde haben für ihn eine Typisierungsaktion organisiert.

Daniel Eick ist ein Kerl wie ein Baum, er macht Kraftsport, steht mitten im Leben. Seit der Geburt der Töchter versucht er, jede freie Sekunde mit Lilly und Marlen zu verbringen. Der Lüdenscheider geht in der Vaterrolle auf. Dann bricht er im Sommer 2018 bei seiner Arbeitsstelle unter Schmerzen zusammen. Seitdem kämpft der 36-Jährige um sein Leben. 

Der stolze Vater mit den Töchtern Lilly (hinten) und Marlen. 

Heute ist Daniel Eick schwach. Der Krebs und die mittlerweile siebte Chemotherapie haben dem einst so starken Mann zugesetzt. Auch wenn er immer wieder im evangelischen Krankenhaus in Essen-Werden behandelt werden muss, versucht er, so oft wie möglich Zeit mit seinen Kindern zu verbringen. Sie leben bei der Mutter in Krefeld. Auch Daniel Eick ist deshalb vor einem Jahr an den Niederrhein gezogen. 

"Die Kinder brauchen ihn dringend"

Lilly ist fünf, Marlen anderthalb Jahre alt. Sie spüren, dass es dem Papa nicht gut geht. „Die Kinder brauchen ihn dringend. Es ist für sie besser, ihn schwach zu sehen als ihn gar nicht zu sehen“, sagt Dominic Gregel, ein langjähriger Freund und Wegbegleiter. Besonders für sie kämpft Daniel Eick, den seine Freunde „Icke“ nennen, gegen den Feind im eigenen Körper an. 

Bei dem Lüdenscheider, der die Adolf-Reichwein-Gesamtschule besuchte und bei VDM in Werdohl und Gerhardi in Lüdenscheid tätig war, wurde eine seltene Form des Lymphdrüsenkrebs’ diagnostiziert. Eine Folge: Seine inneren Organe schwellen stark an. 

Daniel Eick trat als Rapper "Sirviva" auf. 

Nachdem er im Juli 2018 auf seiner Arbeitsstelle in Herscheid zusammengebrochen war, stellten die Ärzte fest, dass seine Milz eine Länge von 25 Zentimetern aufwies. Normal ist eine Größe von elf Zentimetern. Eine Therapie mit eigenen Stammzellen verlief zunächst vielversprechend. „Mitte Juni war die letzte Chemotherapie beendet. Sechs Wochen später lag dann das Ergebnis vor: Leider stehen wir wieder am Anfang“, sagt Dominic Gregel. 

Freunde von Nachricht geschockt

Auch ihn, Verena Tornau, Jeff Pria, Dennis Dupont, Tabea Dahl, Henning Luft, Marcin Korzen und Cem Gezgic traf die Nachricht wie ein Schlag. Sie hatten ihren Freund über Monate begleitet, ihn immer wieder im Krankenhaus besucht, um ihm in schwierigen Phasen positive Energie mitzugeben – „um seinen Blick Richtung Sonne zu lenken“, wie es Dominic Gregel ausdrückt. 

Freunde stellen Aktion auf die Beine

Jetzt wollten sie selbst aktiv werden. Über eine Typisierungsaktion für den kleinen Leonard aus Meinerzhagen vor einigen Wochen lernten die Lüdenscheider Freunde Marius Osenberg von der DKMS kennen. Sie erfuhren: Auch Lymphdrüsenkrebs ist durch eine Stammzellenspende zu besiegen. 

Sie gewannen Bürgermeister Dieter Dzewas als Schirmherrn und stellten innerhalb weniger Tage eine Typisierungsaktion für „Icke“ auf die Beine. Sie findet am Sonntag, 6. Oktober im Foyer des Rathauses statt. „Eine Stammzellenspende ist seine einzige Überlebenschance“, heißt es in dem Aufruf. 

Daniel Eick hofft auf eine Übereinstimmung, einen Lebensretter – auch, damit seine Kinder den Vater nicht verlieren. Für sie schreibt er auf dem Krankenbett Songs, will sie unbedingt noch im Studio aufnehmen. Als Rapper trat er unter anderem beim Hip-Hop-Festival „Splash“ auf. Sein größter Hit bei Youtube heißt „Faust des Hades“, 33.000 Menschen haben den Clip gesehen. 

Hades, dem König der Toten, will der Rapper nun ein Schnippchen schlagen – mit Hilfe seiner Freunde und einem genetischen Zwilling, irgendwo da draußen.

Typisierungsaktion am 6. Oktober

Die DKMS-Typisierungaktion für „Icke“ findet am Sonntag, 6. Oktober, von 11 bis 15 Uhr im Foyer des Rathauses statt. Dort wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der Mundschleimhaut genommen. Kosten entstehen für die Getesteten nicht. Die Deutsche Knochenmarkspenderdatei zahlt für jede Registrierung 35 Euro. 

Daher wird um Spenden gebeten (DKMS Spendenkonto Commerzbank, IBAN: DE 567 00 400 608 987 000 147, Verwendungszweck: TSD 001). Auch die Hälfte vom Erlös des Kuchenverkaufs geht an die DKMS, die andere Hälfte soll der Familie zugute kommen.

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