1. come-on.de
  2. Lüdenscheid

Vandalismus-Problem an Schule im MK: Videokameras als Lösung?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jan Schmitz

Kommentare

Eine Gruppe von unbekannten Tätern wütete am Montag in der Schulmensa am Lüdenscheider Staberg. Sie richtete einen Schaden im fünfstelligen Bereich an.
Eine Gruppe von unbekannten Tätern wütete am Montag in der Schulmensa am Lüdenscheider Staberg. Sie richtete einen Schaden im fünfstelligen Bereich an. © Cedric Nougrigat

Es ist ein neuer Höhepunkt einer ganzen Reihe von Zwischenfällen auf dem Schulgelände am Staberg. Zwar liegt der letzte Einbruch in die Mensa schon länger als anderthalb Jahre zurück, doch zuletzt gab es wiederholt Hinweise auf Vandalismus am Zeppelin- und Geschwister-Scholl-Gymnasium.

Lüdenscheid – Eine Spur der Verwüstung hinterließen Unbekannte am Montagabend in der Schulmensa des Zeppelin-Gymnasiums. Die Polizei spricht von einem Schaden in niedriger fünfstelliger Höhe. Zuletzt hatte es immer wieder Probleme mit Vandalismus und Ruhestörung auf dem Schulgelände an der Staberger Straße gegeben. Die Verantwortlichen bei der Stadt wollen nun prüfen, wie sie auf die Vorfälle reagieren können. Auch eine Videoüberwachung des Schulhofs könnte eine Option sein.

Wie die Polizei mitteilte, wurden die mutmaßlichen Täter am Montag um 20.45 Uhr auf frischer Tat ertappt. Eine Zeugin hatte ein Klirren gehört und kurz darauf beobachtet, wie ein junger Mann gerade aus dem Fenster im Erdgeschoss kletterte. Weitere 15 bis 20 Personen im jugendlichen Alter hielten sich zeitgleich vor der Mensa auf. Noch während die Zeugin die Polizei verständigte, flüchtete die Gruppe gemeinsam von der Örtlichkeit.

Eine sofort eingeleitete Nahbereichsfahndung verlief ergebnislos. Die Polizei sucht nun Zeugen. Hinweise werden unter Tel. 0 23 51 / 9 09 90 erbeten. Es liegen Täterbeschreibungen vor. Einer der jungen Einbrecher war demnach 17 bis 18 Jahre alt, 1,70 bis 1,80 Meter groß und trug eine graue Jacke und eine dunkle Jogginghose. Ein weiterer Zeuge beobachtete im Umfeld mehrere Jugendliche, zwei von ihnen trugen weiße Schuhe.

Die Einbrecher waren offenbar durch ein Fenster des Heizungsraums in das Gebäude eingedrungen. In der Mensa hebelten sie die Rollläden der Verkaufstheke auf und beschädigten diese schwer. Eine Mikrowelle wurde auf den Schulhof geworfen, die Telefone herausgerissen und ein Fenstergriff abgebrochen. Die Zarge einer Eisentür traten die Täter aus der Wand. „Das ist besonders ärgerlich, weil es sich dabei um eine Brandschutztür handelt“, sagt Stadtsprecher Sven Prillwitz. Sie muss für den regulären Schulbetrieb funktionsfähig sein. Ob die Mensa nach den Herbstferien wieder geöffnet werden kann, entscheide sich erst in den nächsten Tagen.

Die Rollläden der Verkaufstheke in der Schulmensa am Lüdenscheider Staberg wurden aufgehebelt.
Die Rollläden der Verkaufstheke in der Mensa wurden aufgehebelt. © Sven Prilwitz/Stadt Lüdenscheid

Derzeit läuft noch die Bestandsaufnahme der Schäden und der gestohlenen Gegenstände. Bislang fehlen zwei Kassen ohne Inhalt, ein Kanister mit unbekannter Flüssigkeit sowie ein Telefon. „Wir sind alle erschüttert und verärgert. Dass jemand in die Mensa eindringt und so randaliert, dafür fehlt uns jegliches Verständnis“, sagt Prillwitz.

Die aktuellen Vorkommnisse sind der Höhepunkt einer ganzen Reihe von Zwischenfällen in der jüngeren Vergangenheit auf dem Schulgelände am Staberg. Zwar liegt der letzte Einbruch in die Mensa schon länger als anderthalb Jahre zurück, doch zuletzt gab es wiederholt Hinweise auf Vandalismus am Zeppelin- und Geschwister-Scholl-Gymnasium. So wurden laut Stadtsprecher Prillwitz beschmierte Wände und abgetretene Mülleimer festgestellt.

Die Polizei verzeichnete seit August drei Einsätze an den Schulen. Am 14. August riefen Anwohner nach 0 Uhr wegen einer Ruhestörung die Polizei, weil auf dem Parkplatz eine größere Gruppe feierte. Am 28. August wurde einem Störer ein Platzverweis erteilt. Am 1. Oktober wurde die Polizei gerufen, weil auf dem Schulhof mehrere Männer vorbeigehende Mädchen verbal belästigten. Als die Beamten eintrafen, waren die Tatverdächtigen wie so oft verschwunden.

Zuletzt hatte die Stadt das Tor zum Multifunktionssportplatz auf dem Schulhof offen gelassen, um Beschädigungen an Zaun und Schließmechanismus zu vermeiden. Aufgrund der aktuellen Vorfälle kommt nun auch diese Maßnahme noch einmal auf den Prüfstand, wie Prillwitz erklärt. „Wir werden uns überlegen, was man machen kann, um die Situation zu verbessern.“ Eine Einzäunung des Schulgeländes wäre demnach eine Möglichkeit, die Installation einer Videoüberwachung, wie es sie an vielen Schulen im Ruhrgebiet gibt, eine zweite. Entschieden ist noch nichts: Sven Prillwitz weiß auch: „Das ist ein sensibles Thema.“

Auch interessant

Kommentare