„Utopische Vorstellung“

Über zwei Ebenen verläuft der Verkehr nach den Planungen des damaligen Tiefbauamtsleiters Erich Häusler auf der Sauerfelder Straße.

Lüdenscheid - Der Verkehr in der Lüdenscheider Innenstadt könnte heute auch ganz anders verlaufen, hätten sich Pläne des damaligen Tiefbauamtsleiters Erich Häusler 1963 durchgesetzt.

Danach wäre der Verkehr im Bereich Sauerfeld auf zwei Ebenen verlaufen, 500 Parkplätze wären unter dem heutigen Rathausplatz entstanden und als Clou wäre die Eisenbahnlinie Brügge-Lüdenscheid vom Bundesbahnhof aus bei einem Gefälle von nur einem Prozent unterirdisch weitergeführt worden und hätte im 2. Untergeschoss am Zentralen Verkehrsknotenpunkt Sauerfeld geendet. LN-Leser Martin Poß, der die Pläne kürzlich fand, stellte sie der Redaktion für die Berichterstattung zur Verfügung.

Der ehemalige Stadtdirektor Klaus Crummenerl – damals natürlich noch nicht in Amt und Würden – konnte sich aber daran erinnern, dass es Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre Überlegungen gab, den Bahnhof an zentralerer Stelle im Stadtgebiet zu positionieren. „Das Planungspapier von Erich Häusler, der nicht aus Lüdenscheid kam, war allerdings recht ambitioniert. Ich denke, er wollte sich damals zum Einstand damit ein wenig profilieren.“

Jedenfalls wurde darüber diskutiert, wie aus einer kurzen Notiz hervorgeht, die Josef Busch, einst Leiter des Lüdenscheider Straßenverkehrsamtes, in seinem Buch „Der Verkehr in Lüdenscheid“ in den späten 80er Jahren verfasste. Wolfgang Schumacher, Kenner der Lüdenscheider Stadtgeschichte, machte sie auf LN-Anfrage ausfindig. Darin heißt es: „Die dabei vorgesehene Tunnelführung, bereits ‘61 konzipiert und jetzt der Öffentlichkeit im Verbund mit anderen Verkehrsüberlegungen über Presse und Stadtfilm vorgestellt, seinerzeit aber wegen ,utopischer Vorstellung’ abgelehnt, konnte nach Einschalten eines Verkehrsgutachters, der die Überlegungen im Prinzip in seinen Generalverkehrsplan übernahm, in den Jahren 1971 bis 1973 noch verwirklicht werden.“

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