Kunststoff-Institut knüpft US-Kontakte und baut aus

US-Generalkonsul Stephen A. Hubler (links) und Dr. Günther Horzetzky, NRW-Staatssekretär, im Kunststoff-Institut.

LÜDENSCHEID ▪ „Europaweit denken“ – das ist im Kunststoff-Institut Lüdenscheid Alltagsgeschäft und Credo von Geschäftsführer Stefan Schmidt. Seit gestern denkt man noch etwas weiter: US-Generalkonsul Stephan A. Hubler besuchte das Institut an der Karolinenstraße gemeinsam mit NRW-Staatssekretär Dr. Günther Horzetzky und Vertretern aus Wirtschaft und Politik.

Beim Rundgang durchs Institut und einem Gespräch informierten sich die Gäste aus Düsseldorf über Aufbau und Aufgaben des Instituts, das „Wissenschaft und Wirtschaft zusammenbringen will“, wie es Stefan Schmidt formulierte. Ein weiteres Glied in der Kette – „mit allen Playern in der Region abgestimmt“ – soll bei diesem Bemühen das neue Polymer Training Centre werden, erfuhren die Gäste. Die noch junge Idee, die gerade in ersten Gesprächen Kontur erhalte, solle wie ein Internat funktionieren und ein regional und überregional angelegtes Schulungsangebot machen. Rund 100 bis 150 Plätze soll das Polymer Training Centre aufweisen; als Bauplatz steht die vor Jahren angekaufte, ehemalige Piepenstock-Fläche unterhalb des Instituts zur Verfügung, die derzeit als Parkplatz genutzt wird. „Ob Deutschland, Osteuropa oder Übersee – wir wollen die sein, die die Kunststofftechnik lehren“, formulierte Schmidt den Anspruch des Kunststoffinstitutes.

Mit dem perfekt Deutsch sprechenden US-Generalkonsul hatte er einen aufmerksamen Zuhörer, der „1500 US-Firmen mit 164 000 Beschäftigten“ in NRW repräsentiert. Er zeigte sich interessiert an Innovationen: „Besser einmal gesehen als hundertmal gehört“, zitierte er eine russische Redewendung – auf Russisch. Gestern erfuhr er viel über den Mittelstand, nahm Anregungen mit, wie die USA möglicherweise ihren Status als heute siebtgrößter Handelspartner für NRW verbessern könnten und ließ sich die Vielfalt des Werkstoffs erklären. Er erfuhr, dass Leder kein Leder sein muss, Holz kein Holz und Metall kein Metall: „Alles Fake, wir machen nichts Echtes“, erläuterte Stefan Schmidt dazu schmunzelnd. Dass „Materialfälschungen“ aus Kunststoffen täuschend echt gelingen, wenn gewünscht, erfordert viel Hersteller-Know-how. Das gelte es zu fördern und auszuweiten, so Schmidt. Er sprach den Fachkräftemangel an, dem es europaweit entgegenzuwirken gelte, die Notwendigkeit von Kontakten, Netzwerken, Schulung: „Wir bezeichnen uns gerne als Multiplikator, sind für alles immer sehr offen. Das ist auch ein Argument für unsere Daseinsberechtigung.“

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