Richard-Schirrmann-Realschule möchte zurück zum Halbtagsbetrieb

Unzufriedene Lehrer und Schüler: Ganztag hat sich nicht bewährt

Für die Richard-Schirrmann-Realschule gibt es neue Umbau-Varianten. So soll die Turnhalle so umgebaut werden, dass sie künftig als Versammlungsstätte genutzt werden kann.
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Während sich Schüler und Lehrer der Richard-Schirrmann-Realschule für die Abschaffung des gebundenen Ganztags aussprechen, gibt es neue Umbaupläne.

Unzufriedene Schüler und Lehrer, Fluktuation im Kollegium und hohe Krankenstände: Die Erprobung des gebundenen Ganztags an der Richard-Schirrmann-Realschule hat sich nicht bewährt, nun möchte die Schulgemeinde zurück in den Halbtagsbetrieb.

Die Schüler und Lehrer der Richard-Schirrmann-Realschule finden deutliche Worte, wenn es um den gebundenen Ganztag an ihrer Einrichtung geht – und bitten in einem Antrag an die Verantwortlichen um dessen sukzessive Abschaffung. „Die Erprobung des Ganztags hat sich trotz Justierung konzeptionell, räumlich und didaktisch-methodisch sehr schwierig dargestellt und nicht bewährt“, heißt es in einem Schreiben von Kollegiumsvertretern an die Schulkonferenz. Diese hat dem Antrag mittlerweile einstimmig zugestimmt.

Zuvor hatte auch die Schülerschaft die Probleme mit dem gebundenen Ganztag und die Vorteile des Halbtags aufgezeigt. Dabei war unter anderem von Konzentrationsproblemen aufgrund des langen Schultags, mangelnder Zeit für Hobbys und Nebenjobs sowie zusätzlicher Vorbereitung auf Arbeiten im Anschluss an den Unterricht die Rede.

Schulentwicklungsplanung Thema im nächsten Ausschuss

Und: Gerade im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie wenig Schüler bei einer vorübergehenden Aussetzung des Ganztags auf eine Notbetreuung angewiesen waren – zuzüglich weiterer Aspekte, heißt es in der Beschlussvorlage. Und so werden sich die Mitglieder des Schulausschusses in ihrer nächsten Sitzung nicht nur mit möglichen Umbaumaßnahmen bezogen auf die Raumsituation an der RSR beschäftigen, sondern auch mit der Schulentwicklungsplanung für diesen Standort.

Zur Erinnerung: Im November 2018 wurden dem damaligen Schul- und Sportausschuss Pläne für die Erweiterung der Räume für den gebundenen Ganztagsbetrieb vorgelegt – mit drei verschiedenen Varianten. Die Kosten für die damalige Maximallösung mit 192 Essens- und alternativ 256 Sitzplätzen in Reihenbestuhlung waren mit 2,945 Millionen Euro beziffert. Nach einer Verschiebung des Projektes um ein Jahr wurden die Kosten nochmals konkretisiert – sie belaufen sich laut Vorlage nunmehr auf 3,05 Millionen Euro.

Neue Umbau-Variante sieht Turnhalle als Versammlungsstätte

Doch nun gibt es neue Pläne. Wie es heißt, habe die Zentrale Gebäudewirtschaft Alternativen im Bestand geprüft, um den Ganztagsbereich zu integrieren: So könnte die an das Gebäude I angrenzende Turnhalle brandschutzkonform so umgebaut werden, dass dort eine Versammlungsstätte entstehen könnte. Auch eine leer stehende Hausmeisterwohnung sowie Lehrküche mit Nebenräumen könnte genutzt werden.

„Diese Variante hätte den Vorteil, dass die Schaffung der Räumlichkeiten in einem Gebäude mit solider Bausubstanz erfolgt, gute ebenerdige Anlieferungsflächen für eine Mittagsverpflegung gegeben sind und die Flächen auf dem Schulhof des Gebäudes II nicht eingeschränkt werden.“ Zudem könnte die Turnhalle für Schul- sowie Quartiersveranstaltungen genutzt werden. Der Schul- und Vereinssport würde nicht beeinträchtigt.

Die Kosten für die neue Variante werden derzeit mit 2,96 Millionen Euro beziffert. Die Schulleitung stehe den Plänen positiv gegenüber. Denn auch wenn der gebundene Ganztag sukzessive ab dem Schuljahr 2022/23 auslaufen und stattdessen eine qualifizierte pädagogische Übermittagsbetreuung in den Fokus genommen werden sollte, würde dies die Umbaupläne nicht überflüssig machen.

„Es werden – im Gegensatz zur früheren Anbauvariante – Bestandsflächen erhalten, aufgewertet und einer vielfältigen Nutzung durch die Schulgemeinde und für Quartiers- und Stadtteilaktivitäten zugeführt. Neue Funktionalitäten und Aufenthaltsqualitäten werden entstehen, die nicht nur diesen Standort, sondern die Lüdenscheider Bildungslandschaft insgesamt stärken.“

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