Technisches Hilfswerk feiert 60-jähriges Bestehen

THW-Mitarbeiter Peter Silz demonstrierte den Umgang mit einer sogenannten Sauerstofflanze. Sie bringt Beton zum Schmelzen und erhitzt das Material auf mehr als 5000 Grad.

LÜDENSCHEID - Vor fast genau 60 Jahren wurde der Ortsverein des Technischen Hilfswerks ins Leben gerufen; genau genommen am 25. September 1952. Nun wurde in einem Festakt an dieses bedeutende Datum auf dem Gelände an der Wefelshohler Straße erinnert.

Im offiziellen Sprachgebrauch ist das THW „ein unverzichtbarer Baustein der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr des Märkischen Kreises“, sagte Kreisbrandmeister Rainer Blumenrath in einem kurzen Grußwort. Hinter dieser bürokratischen Herangehensweise verbirgt sich natürlich viel mehr. Vor allem dieser Aspekt wurde am Sonntag deutlich herausgestellt: dass das Technische Hilfswerk weiterhin einen starken Rückhalt in Politik und Gesellschaft genießt. Aus dem Bundestag nahmen die Abgeordneten Petra Crone (SPD), Dr. Matthias Heider (CDU) und Johannes Vogel (FDP) teil. Aus Düsseldorf waren Gordan Dudas (SPD) und Angela Freimuth (FDP) angereist. „Und obwohl wir nicht immer einer Meinung sind“, sagte Petra Crone, „in diesem Fall sind wir es“. Daher verzichteten die politischen Gäste auch darauf, lange Reden zu halten: „Stattdessen schenken wir ihnen heute Zeit; auch auf die Gefahr hin, dass die Suppe dann noch nicht fertig ist“, so Crone. Das Protokoll wurde auf diese Weise erheblich gestrafft und die Tore der Gerätehalle, in der die offizielle Feierlichkeit stattfand, öffneten sich. Das Programm des Tages begann mit einer spektakulären Vorführung auf dem Hof.

THW-Mann Peter Silz zwängte sich in seinen Hitzeschutz, von ihm selbst liebevoll als „Strampelanzug“ bezeichnet, und demonstrierte die Kraft einer Sauerstofflanze. Das Gerät erhitzt Beton auf eine Temperatur von 5500 Grad und lässt das Material schmilzen. Zuvor hatte Ortsbeauftragter Klaus Cordt noch darauf hingewiesen, dass sich diese Methode nicht dazu eigne, einen Tresor zu knacken („Schreiben sie das ruhig“). Zwar würde sich ein Geldschrank natürlich öffenen lassen, allerdings wäre dann aber auch der Inhalt komplett zerstört. Der eindrucksvolle Gerätepark wird in Lüdenscheid momentan von 77 Helfern betreut. Zudem verfügt das THW zur Zeit über 18 Junghelfer.

In den vergangenen 60 Jahren haben rund 1000 Helfer die Grundausbildung des Technischen Hilfswerks durchlaufen. Um auch in Zukunft möglichst auf eine breite Basis zurückgreifen zu können, hat die Organisation das Eintrittsalter auf sechs Jahre gesenkt. „Denn auch für uns haben sich die Rahmenbedingungen geändert“, sagte Hans-Joachim Derra von der THW-Leitung in Bonn.

Zumindest in Lüdenscheid strahlt der „blaue Lichtpunkt“ noch sehr hell. Aus diesem Grund und für die gute Zusammenarbeit überreichte Klaus Cordt das THW-Helferabzeichen in Gold an Bürgermeister Dieter Dzewas.

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