Negativbeispiel

Unverpackt-Werbung von Netto: Scheitern an Pomelo

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Die Pomelo (englische Bezeichnung für Pampelmuse) ist auch in heimischen Supermärkten wie Netto zu finden - dreifach verpackt in Schale, Folie, Netz.

Lüdenscheid - Unverpackt einkaufen ist derzeit Trend. Auf den Zug springen auch Discounter wie Netto auf und werben massiv mit Plastikreduktion und Verpackungsmüllvermeidung. Doch ein Ende überflüssiger Verpackungen ist trotzdem noch lange nicht in Sicht. Aus unterschiedlichen Gründen.

„Kaufe unverpackt! Spare Plastik & vermeide Lebensmittel-Verschwendung!“: Netto wirbt für Reduktion. Und belegt das in eigenen Prospekten mit Zahlen. Verzicht auf Joghurtdeckel: 100 Tonnen Plastikersparnis im Jahr. 20 Prozent weniger Plastik um die Wurst. Die Zahl unverpackter Obst- und Gemüseartikel steigt: von „über 50“ Anfang August auf „über 70“ Ende August, heute auf „bis zu 100“.

Und dennoch: Im Gemüsenregal liegen Verpacktes und Unverpacktes weiter direkt nebeneinander, ein Komplettverzicht ist nicht in Sicht. Am Ende liegt’s daher am Kunden, das Unverpackt-Angebot anzunehmen und unnütz Verpacktes nicht zu kaufen.

Negativbeispiel Pomelo: Die Frucht kommt, je nach Anbieter-Angabe auf der Kiste, aus China oder Vietnam und ist dreifach verpackt: in ihre dicke, natürliche, nicht zum Verzehr geeignete Schale, darum eine dichte Plastikhaut und darum wiederum noch ein enges Kunststoffnetz.

Eine Anfrage unserer Zeitung an Netto lautete: "Wäre es nicht konsequent, wenn das Bemühen um Verpackungsvermeidung ernst gemeint ist, solche Produkte auszulisten?" Die Antwort blieb allgemein: "Nicht alle Verpackungen sind überflüssig. Unabhängig vom Ausgangsmaterial erfüllen Verpackungen, gerade bei sensiblen Produkten, grundsätzlich wichtige Funktionen zum Beispiel für Schutz, Haltbarkeit, Lagerung und Transport der Ware und helfen so aktiv gegen Lebensmittelverschwendung."

Ob unverpackte Zitronen, Melonen, Kürbisse und Kokosnüsse somit unsensibel sind, dazu sagt Netto nichts.

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