Rahmenbedingungen stimmen

Unverpackt-Laden im MK: Altstadt-Ladenlokal im Blick

Früher ein Friseurgeschäft, jetzt schon länger ein Leerstand: Hier ist Platz für einen Unverpackt-Laden, finden Martin Ahrens, Michael Langer und Claudius Bartsch (von links).
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Früher ein Friseurgeschäft, jetzt schon länger ein Leerstand: Hier ist Platz für einen Unverpackt-Laden, finden Martin Ahrens, Michael Langer und Claudius Bartsch (von links).

Kleiner Schritt für ein großes Ziel: Mit einem Unverpackt-Angebot möchten engagierte Lüdenscheider ein Zeichen für ein bewussteres und nachhaltiges Leben setzen.

Lüdenscheid - Die drei Herren kommen mit dem Fahrrad in die Alte Rathausstraße 7-9. Übers Kopfsteinpflaster nähern sie sich dem ehemaligen Friseurgeschäft, schieben ihre Räder in den kleinen Innenhof zwischen zwei Häusern, dorthin, wo Claudius Bartsch schon zwei, drei kleine Tische sieht. Zum Ausruhen, zum Verweilen, zum Genießen der Altstadt-Atmosphäre. Die sei besonders, findet das Trio. So wie die Initiative, die das „kleine Netzwerk Unverpackt-Laden“ antreibt. Ein weiterer Schritt von vielen soll das sein auf dem langen Weg zur klimafreundlichen Kommune und damit zu einer besseren Welt. Aber: „Wir brauchen eine Person, die es macht“, sagt Claudius Bartsch als Sprecher der Initiative: „Wir suchen einen tatkräftigen Geschäftemacher.“ Beim nächsten Treffen (30. August, 19 Uhr, Kleiner Prinz) wird man sehen, ob es jemanden gibt. Interessenten sind willkommen.

In Großstädten ist das Siegel „unverpackt“ längst ein Markenname geworden, aber auch in kleineren Städten gewinnt die Idee an Fahrt, bewusster einzukaufen und dabei quer durchs Sortiment auf Wegwerfverpackungen zu verzichten. Nicht immer ist das von Erfolg gekrönt, wie das jüngste Beispiel Heesfelder Mühle zeigt. Doch die Pandemie hat auch hier viel Schaden angerichtet. Aber es gibt positive Signale: Das „Sofortprogramm Innenstadt“, ein Förderprogramm für corona-gebeutelte Einkaufszonen, unterstützt Einzelhändler, Handwerker, Gewerbetreibende und andere Ideengeber mehr, die sich bislang das Risiko eines Ladenlokals in Innenstädten nicht leisten konnten oder wollten. Mietförderung für Ladenlokale bis 300 Quadratmeter stellt das Land in Aussicht, begrenzt auf zwei Jahre, aber so attraktiv, dass zumindest anfangs dieser Teil des wirtschaftlichen Risikos gering ist.

Zeit drängt

Diese Voraussetzungen trafen auf den lang gehegten Wunsch einer Gruppe von Lüdenscheidern, auch in der Bergstadt einen Unverpackt-Laden zu etablieren. Seit Juni stehen nun Isabell Großheim von der Wirtschaftsförderung Kreisstadt Lüdenscheid (WKL) und die Unverpackt-Initiative in Kontakt. Treffen folgten, die Idee gewann Kontur: Eine Einkaufsgemeinschaft mit einem etablierten Unverpackt-Laden sei denkbar. Mit der Solidarischen Landwirtschaft (Hof Woeste) gab es ein Gespräch über eine Zusammenarbeit. Unverpackt-Läden im Umland hat man sich bereits angesehen. Denn die Zeit drängt: Will man die auf zwei Jahre begrenzte Förderung ausnutzen, muss der Laden Anfang 2022 laufen.

Das Ladenlokal gegenüber des Eingangs „Zum Schwejk“ hat einen L-förmigen Grundriss, rund 85 Quadratmeter Ladenfläche, Keller und Nebenräume. „Wir glauben, dass es einen Markt gibt“, ist Bartsch überzeugt. Der Initiativkreis sei bereit, tatkräftig und ehrenamtlich mit anzupacken. Nur den wirtschaftlichen Hut müsse der Betreiber aufhaben.

Kontakt: Claudius Bartsch, E-Mail: schlekoelue@web.de

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