Aus dem Fass direkt in die Flasche

Unverdünnt: Whisky-Liebhaber aus MK kauft Anteile an Fass und gründet Firma

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Seit Jahren kaufen, teilen und testen sie Whiskys: Nun sind der Lüdenscheider Jan Voss (Foto) und Thomas Diek aus dem Emsland unabhängige Abfüller.

Lüdenscheid - Direkt aus dem Originalfass, unverdünnt und unverändert, gelangt der namhafte Whisky aus Schottland noch vor Ort in die Flaschen des Lüdenscheiders Jan Voss und Thomas Diek aus dem Emsland. Die beiden sind unabhängige Abfüller und haben nun eine Firma gegründet, um ihrer Leidenschaft nachzukommen.

Unter dem Namen „Dramful! Malt Connection“ – „der Name ist ein Mix aus ,Dram‘, umgangssprachlich für Schluck, und dem Wort ,wonderful‘“ – verkaufen sie schon bald die 71 Flaschen des Fasses, von dem sie einen Anteil erworben haben. „Heart of Peatness Batch 1“ nennen sie ihre erste Abfüllung aus der Region South Islay, wo der Whisky zwölf Jahre lang in einem Ex-Bourbon-Fass reifte. Um welche Brennerei es sich handelt, darf allerdings nicht genannt werden, das gibt in diesem Fall die Destillerie vor.

Das Ganze funktioniert so: Selbst stellen Voss und Diek den Whisky nicht her, sondern kaufen ein Fass – in diesem Fall einen Fassanteil – von einer Destillerie, den sie unter ihrem eigenen Namen abfüllen und verkaufen. „Die Whiskys, die man im Markt kauft, sind meistens verdünnt, sie sollen für den Kunden immer gleich schmecken“, erklärt Jan Voss. Dabei gehe es den Herstellern darum, den Kunden einen Wiedererkennungswert zu bieten.

Geschmackliche Individualität

Anders in diesem Fall: Den unabhängigen Abfüllern gehe es nicht um den Wiedererkennungswert, sondern die geschmackliche Individualität des Whiskys. Denn bis zum „idealen Reifepunkt“ im Fass habe der deutlich mehr Stärke als später verdünnt im Geschäft erhältlich. Und noch mehr: Jedes Fass habe einen eigenen Geschmack, der sich auf den des Whiskys auswirkt, wie der 38-Jährige sagt. Im Originalzustand komme der besonders gut hervor.

Und um eben diesen Geschmack geht es den beiden: Der Whisky gelangt „unverfälscht in die Flasche, das ist das Originalprodukt. Man kann ihn direkt probieren und nach eigenem Belieben verdünnen und selbst mit dem Wasser und dem Whisky spielen“.

Gewinn machen sie mit dem Verkauf nur wenig, ihnen gehe es um das Interesse an der Sache, um das eigene Hobby. Denn schon seit mehreren Jahren setzen sich die beiden mit den verschiedenen Whiskys aus aller Welt auseinander, probieren, teilen und sprechen über die Produkte – im Freundeskreis, in Internetforen und Whisky-Gruppen auf Facebook. In einer solchen Gruppe haben sich auch Jan Voss und der 32-jährige Thomas Diek aus dem Emsland kennengelernt.

Eine eigene Fassnachreifung

Vor einigen Jahren kaufte Voss mit einem Freund kleinere eigene Fässer, „wir haben sie für etwa ein Jahr lang mit verschiedenen Sherrys oder Weinen belegt und danach einen Whisky eingefüllt, von dem wir dachten, das könnte gut zusammenpassen“. Eine eigene Fassnachreifung also.

Dem Hobby ging auch Diek nach, deshalb tauschten sich die beiden über ihre Erfahrungen im Internet aus. Aus einem Gespräch heraus „haben wir irgendwann gesagt: Es wäre toll, ein eigenes Fass abzufüllen“. Gesagt, getan. „Theoretisch kann das jeder machen“, sagt Voss. „Aber man braucht echt gute Kontakte, um an Fässer zu kommen.“ Die hatten sie dank ihres Netzwerks, das sie mit ihrer ersten eigenen Abfüllung gerne weiter ausbauen wollen.

Unter dem Namen „Dramful – Malt Connection“ sind die beiden unabhängigen Abfüller nun auch im sozialen Netzwerk Facebook zu finden.

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