Unterwegs in der Silvesternacht

Die Lüdenscheider begrüßten das neue Jahr auf ganz unterschiedliche Weise.

LÜDENSCHEID ▪ Ob nun im Brauhaus an der Jockuschstraße, bei Dahlmann, ob im Saitensprung oder im Ballermann: Die Lüdenscheider haben es vor dem Jahreswechsel noch mal richtig krachen lassen. Von der lauten Party bis zum gediegenen Büfett war alles dabei.

Die letzten Stunden des Jahres beginnen vor dem Vereinsheim der „Longhorn Stomper“ an der Lösenbacher Landstraße. Die Mitglieder des Line-Dance-Clubs haben zur Country-Silvesterparty geladen. Über der Eingangstür flattert die US-Flagge im Wind; und auch das Interieur erinnert an einen Saloon aus dem Wilden Westen. Auf der Getränkekarte steht eine Pfirsichbowle. Vereinsmitglied Herbert alias DJ „Billy the Kid“ bevorzugt allerdings Whiskey Cola.

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Silvesterpartys 2012/2013

Alfons Zabback ist an diesem Abend das erste Mal im Clubhaus des Tanzvereins. Seine Kleidung passt: neben Cowboyhut und Westernhemd dürfen auch die obligatorischen Lederstiefel nicht fehlen. „Ich bin begeistert und sicherlich nicht zum letzten Mal hier“, so der Lüdenscheider. „Getanzt wird eigentlich auf alles!“, verrät die 1. Vorsitzende Brigitte Kohl. Das kann die klassische Ballade von „Texas Lightning“ sein, aber auch zu Songs von Michael Jackson, Shakira oder dem Grafen von „Unheilig“ wird Linedance getanzt. „Hauptsache, der Rhythmus stimmt“. Und so steht der Reporter dieser Zeitung wenige Minuten später auf der Tanzfläche und versucht sich an der Schrittfolge des „Floppy Slide“. Der Einstieg mag noch so holprig sein, aber nach einigen Wiederholungen geht der Tanz recht gut „vom Fuß“. Im kommenden Jahr wird es einen Themenabend zu Elvis Presley geben und Karneval steht auch schon vor der Tür, sagt Brigitte Kohl. Doch zunächst ist Silvester und der Jahreswechsel noch drei Stunden entfernt.

Über dem Vogelberg werden bereits die ersten Raketen gezündet, die Feuerwehr meldet einen brennenden Container und aus dem Radio tönt „I will survive“ von Gloria Gaynor: Es ist 21 Uhr. In der Gaststätte Dahlmann startet die „Ultimative Silvester-Party“ mit DJ René am Plattenteller. Wer sich keine Karten im Vorverkauf gesichert hat, muss draußen bleiben. Erst eine Stunde nach dem Jahreswechsel steht der Saal auch allen auswärtigen Gästen offen. Im Brauhaus Schillerbad ist die Tanzfläche zu dieser Stunde bereits gut gefüllt. Wladimir Rau wird an diesem Abend nicht feiern. Stattdessen steht er in schwarzer Kleidung und mit einer Taschenlampe ausgestattet vor dem Werksgelände der Firma Gerhardi und passt auf. Der Iserlohner arbeitet für eine Sicherheitsfirma und muss bis sieben Uhr in der Früh seinen Dienst schieben. Ob es ihm was ausmache, ausgerechnet in der Silvesternacht zu arbeiten, will ich wissen. „Auf gut deutsch: Es ist Mist“, antwortet er. Und auch das gibt es in der Nacht des Jahreswechsels. Auf dem Rathausplatz steht ein Wohnwagen, Baujahr 1968. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Freien Christlichen Jugendgemeinschaft (FCJG) setzen auf Kaffee statt Sekt und Böller.

„Wir wollen einen Gegenpol setzen und ein Anlaufpunkt für all jene sein, die nachts in der Stadt unterwegs sind und feiern, bis der Arzt kommt“, so Thomas Schliwinski. Das „Starke Kaffee-Team“ ist zum zweiten Mal in der Silvesternacht in der Stadtmitte präsent, um auf das Thema Komasaufen aufmerksam zu machen. Neben Thomas Schlawinski sind Martin Hanke, Jochen Mühleck, Florian Berto und Marc Kuijpers mit dabei. Einige von ihnen haben selber eine Drogenkarriere hinter sich und wissen, über welche Probleme sie mit den Jugendlichen reden.

Durch die Hinwendung zum christlichen Glauben haben sie ihre persönliche Krise überwunden. Ihre Erfahrungen will das Team nun weitergeben. Um Mitternacht fliegen aber zunächst die Böller und Raketen in die Luft. Vor dem Brauhaus versammeln sich die Menschen und schauen gebannt in den Himmel.

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