Unterwegs im Monstertruck: So fährt sich der 650 PS starke "El Torro"

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Lüdenscheid – Mit ihrer „Motorshow Xtreme“ ist die Familie Bossle noch Samstag und Sonntag auf dem Festplatz Hohe Steinert zu sehen. LN-Redakteurin Dana Mester durfte außerhalb der Shows eine Runde mitdrehen – und sogar selbst hinters Steuer des zwei Tonnen schweren und 650 PS starken „El Torro“.

Das kräftige Rumpeln des Motors schmettert mir in den Ohren. „Das ,Vieh‘ macht seinem Namen alle Ehre. Das ist echt ein Monster von Truck“, ist mein erster Gedanke. Johann Bossle fährt das Riesenteil von der Rampe. Dass seine Frau Tanja mir irgendwas von „Sitz, Gurt, das wird schon“ erzählt, höre ich nur noch mit einem halben Ohr. Auch egal. „Das zeigt er dir gleich schon“ reicht mir fürs Erste. 

Der Ein- ist vielmehr ein Aufstieg. Das Bein so weit hochgezogen, dass mir das Knie bereits an der Nase klebt, greife ich nach den Stangen über mir und ziehe mich etwas umständlich nach oben in Richtung Sitz. Dort angekommen, bin ich erst mal beeindruckt von dem großen Raum, der mich umgibt. 

Wie die erste Fahrstunde

Dass ich kaum übers Lenkrad gucken kann, fällt mir erst beim Start so richtig auf. „Den Hebel hoch, den da auch, Knopf drücken – länger....bis der Motor läuft! Gang rein, Gas geben“, sagt Bossle geduldig, während er auf den Stangen des Trucks lässig neben mir steht. 

Im Schneckentempo bewege ich den Koloss vorwärts. Ist ein bisschen wie in der ersten Fahrstunde – ich traue mich kaum, fester aufs Pedal zu treten. Nicht, dass das hier außer Kontrolle gerät, denke ich. Bossle neben mir muss ein bisschen lachen. Seine Töchter, die vom Platz aus zusehen, auch. 

Eine Fahrt mit dem Monstertruck "El Torro"

Doch nach den ersten Metern geht‘s, ich werde lockerer und tuckere treckermäßig über das Gelände. Nur zwischendurch fuchtele ich wild mit den Armen; immerhin steht unser Fotograf unmittelbar vor dem Monstertruck – höchstens 150 Meter entfernt. Könnte ja schiefgehen. 

„Jetzt drück mal richtig drauf“, ermutigt mich der echte Stuntfahrer neben mir. „Ok“, sage ich und erschrecke mich im gleichen Augenblick vor dem irrsinnig lauten Truck-Geheule. Ich lache auf, wippe ein paar Mal mit dem Oberkörper vor und zurück und freue mich über diesen fabelhaften Moment. Zugegeben: das ist Macht-Gehabe. An diesem Dicke-Karren-Ding muss wohl doch was dran sein. 

Auf zwei Rädern über den Platz

Lange soll mein Gefühl von absoluter Kontrolle aber nicht halten. „Und, Dana, wie wär‘s: jetzt auf zwei Rädern?“, schlagen die beiden mir unverhofft vor. Damit meinen sie natürlich nicht den Truck. Noch aufgedreht von meiner Monster-Tour, freue ich mich riesig über die Fahrt im Stuntauto. „Mega gern“, platzt es nur aus mir heraus. 

„Machen die ja ständig“, denke ich, frage bei Tanja Bossle aber doch mal vorsichtig nach: „Seid ihr damit schon mal umgekippt?“ „Kann passieren, aber selbst wenn – ist nicht schlimm“, haut sie locker raus und öffnet mir die Beifahrertür. „Okaaay“, kichere ich nervös. 

Drinnen gibt‘s von Bossle knappe Instruktionen: „Halt dich besser dort fest“, sagt er und zeigt auf den Griff oberhalb des – wohlgemerkt ausgebauten – Fensters. „Und beide Beine nach vorne, dann hast du mehr Halt. Pass nur auf, dass du dir den Kopf nicht stößt!“ „Geht das denn mit dem Handy?“, frage ich zögerlich. Immerhin will ich die Aktion auf Video festhalten. „Geht, wirst du schon merken“, lautet Bossles gegrinster Kommentar. 

"Ich hab `n bisschen Schiss"

Als er auf die Rampe zufährt, drücke ich mich fester in den Sitz. „Ich hab ´n bisschen Schiss“, sage ich nur noch, dann fährt er mit der rechten Autoseite bereits hoch. Die Karre neigt sich, ich hänge in der Höhe, die Rampe lassen wir hinter uns. Gefühlt liegt das Auto schon fast auf der Seite – das muss doch jeden Moment umkippen! Es kippt nicht. Auch in der Kurve nicht. Fühlt sich unwirklich an; der Stunt zieht an mir vobei. 

Und als Bossle das Auto zurück auf alle vier Räder fallen lässt, ist der Aufprall verblüffend weich. Jede Abfahrt von einem höheren Bordstein war härter. Bossle gibt noch mal Gas – ein letzter Drift über den Platz und wir kommen zum Stehen. „Alter Lachs“ ist das einzige, das ich zu sagen habe, gefolgt von immer wiederkehrenden Lachwellen. 

Aus dem Video ist übrigens nichts geworden. Das Handy habe ich zwar festgehalten, zu sehen ist jedoch fast nur der Jeansstoff an meinem Oberschenkel. Dafür hatte ich kein Händchen mehr.

Die Shows 

Die letzten Shows finden an diesem Wochenende am Samstag ab 19 Uhr sowie am Sonntag ab 11 Uhr statt. Die Kassen öffnen immer eine Stunde vor Showbeginn. Für Erwachsene kostet der Eintritt 15 Euro, Kinder und Jugendliche zahlen 12 Euro; Kinder bis vier Jahren können kostenlos zuschauen.

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