LKA untersucht jetzt die Brügger Bomben-Attrappen

Die Polizei fragt: Wer hat am Samstagmorgen vor 7.15 Uhr vor der Postagentur an der Volmestraße etwas Verdächtiges beobachtet? Und: Wer hat vor 7.15 Uhr zwei Plastiktüten hier liegen sehen?

LÜDENSCHEID ▪ Sie sollten Angst und Schrecken verbreiten – die beiden Plastiktüten mit Behältnissen, aus denen Zündschnüre heraushingen. Das steht für die Polizei nach der Aufsehen erregenden Entfernung der Bomben-Attrappen am Samstagmorgen vor der Postfiliale auf der Brügger Volmestraße fest. Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, bestätigte gestern Dietmar Boronowski, Sprecher der Kreis-Polizeibehörde mit Sitz in Iserlohn.

Fraglich ist laut Boronowski unterdessen noch, ob es sich nur um einen Dummejungenstreich handelte oder ob die unbekannten Täter eine konkrete Drohung aussprechen wollten – gegen wen auch immer. „Natürlich können wir nicht ausschließen, dass während des Einsatzes der Sprengstoff-Spezialisten irgendwelche Jugendlichen feixend vom Gebüsch aus zusahen und es einfach weltklasse fanden, was sie da ausgelöst hatten.“ Zugleich müsse die Polizei angesichts der gefundenen Attrappen und dem Fundort vor einem öffentlich zugänglichen Gebäude auch ernster zu nehmende Motivlagen in Betracht ziehen. „Das Ziel der Täter ist für uns zurzeit nicht nachvollziehbar“, sicher sei nur, dass es die Fahnder in Brügge nicht mit einem Missgeschick oder einem Versehen zu tun haben – etwa dem berühmt-berüchtigten vergessenen Koffer am Flughafen.

Die Tüten und ihr brisanter Inhalt werden laut Dietmar Boronowski jetzt vom Landeskriminalamt in Düsseldorf genau untersucht – auf Fingerabdrücke, Textil- oder sonstige Spuren. Zugleich werde es einen bundesweiten Abgleich geben mit dem Ziel, herauszufinden, ob es ähnliche Vorkommnisse wie das an der Volmestraße in letzter Zeit auch andernorts gegeben hat. Dann liefen die Ermittlungen eher in Richtung politisch motivierter Taten.

Der Beschäftigte der Postfiliale im Gebäude eines Reisebüros habe jedenfalls vollkommen richtig gehandelt, als am Samstagmorgen um 7.15 Uhr nach dem Auffinden der Tüten sofort die Polizei rief, betonte Boronowski. Gleiches gelte für die Beamten, die als erste vor Ort waren und sich zur Alarmierung des LKA entschlossen. Richtig sei folglich auch die aus Sicherheitsgründen weiträumige Absperrung des Tatortes gewesen, auch wenn das bei einigen Passanten für Verärgerung sorgte.

Die Polizei fragt jetzt nach möglichen Zeugen: Wer hat am Samstag in der Zeit vor 7.15 Uhr am Tatort etwas Verdächtiges bemerkt? Wichtig wären für die Polizei auch Aussagen darüber, ob die beiden Tüten schon vor 7.15 Uhr vor dem Ladenlokal gesehen worden sind, etwa von Zeugen, die ihnen keine größere Bedeutung beimaßen.

Hinweise nimmt die Polizei in Lüdenscheid unter der Rufnummer 90 99 0 entgegen.

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