Unterschriften für Schulstandort Gevelndorf

Für den Bestand der Grundschule Gevelndorf werden im Stadtteil jetzt Unterschriften gesammelt.

LÜDENSCHEID ▪ In Gevelndorf liegen derzeit Unterschriftenlisten für den Erhalt der dortigen Grundschule aus. Damit reagieren Elternvertreter jetzt auf die Tatsache, dass es bei der am Dienstag anstehenden Entscheidung über die Schließung eines Standortes der Verbundgrundschule Gevelndorf/Hermann Gmeiner offenbar auch die Stammschule treffen könnte.

„Wir wollen zeigen, dass auch in Gevelndorf wie in Rathmecke/Dickenberg der Stadtteil hinter der eigenen Grundschule steht“, erklärte am Donnerstag Jana Rüster, die in der Schulkonferenz Ansprechpartnerin für Gevelndorfer Eltern ist. Am Mittwoch hatte Alexandra Weber, Sprecherin der Gmeiner-Eltern, Argumente für die Gmeiner-Schule aufgeführt, die vor allem im baulichen Bereich lagen (die LN berichteten). Vertreter der Kirche und des SOS-Kinderdorfs hatten sich zuvor ebenfalls für den Erhalt eingesetzt, wobei sie noch davon ausgehen mussten, dass es allein um die Frage der Schließung der Gmeiner-Schule ging – und nicht um das Entweder-Oder.

Jana Rüster will deshalb wie Alexandra Weber über die naturgemäß unterschiedlichen Sichtweisen zu den Standorten hinaus kein Gegeneinander der Stadtteile, auch aus Gevelndorf sei am Dienstag keine Demo zu erwarten. Vor einer solchen Entscheidung sei es aber „legitim, dass sich etwas rührt“. Die Argumente, die für Gevelndorf als größerem Stadtteil sprechen, seien in der Beschlussvorlage der Stadtverwaltung zu finden. Die Rede ist darin von einem größeren Raumangebot, besseren pädagogischen Möglichkeiten sowie der Betreuung von 60 Kindern „von 8 bis 1“, die nicht in die Rathmecke umzusiedeln ist. Für die Verwaltung ist somit, wie berichtet, der Teilstandort aufzugeben.

Der juristische Hintergrund für den Zwang zur Schließung eines Standortes besteht darin, dass laut dem neuen Schulgutachten keine der beiden Schulen in Zukunft mehr als eine i-Dötzchen-Klasse pro Jahr erwarten kann. Dann aber ist die Schule laut Gesetz zusammenzulegen.

Ein „Foulspiel“ nannte indes Fabian Ferber (SPD) den Vorschlag der CDU, für den unterlegenen Standort einen freien Schulträger zu suchen. Sollte der Standort Dickenberg einen neuen Grundschulträger erhalten, dann würden in Gevelndorf wiederum Kinder fehlen, bis auch hier eine Schließung drohe, so Ferber. Die CDU-Idee sei keine Alternative, sondern nur geeignet, Eltern aus beiden Stadtteilen „gegeneinander auszuspielen“. Und: Weil freie Schulträger grundsätzlich Gebühren oder Beiträge erheben, könnten dort dann ohnehin nicht alle Stadtteilkinder unterkommen.

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