Unternehmen im Stimmungshoch

Die Volksbank diskutierte die Ergebnisse ihrer Mittelstandsumfrage mit Gästen aus Stadt und Wirtschaft.

Lüdenscheid - Die Stimmung ist hervorragend, die Euphorie gleichwohl – Lüdenscheid-typisch – gebremst. „Die Zuversicht im heimischen Mittelstand kann fast nicht besser sein“, fasste Volksbank-Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes die Ergebnisse einer Umfrage zusammen, die die Bank unter ihren mittelständischen Unternehmenskunden durchgeführt hat. Das „Stimmungsbarometer“ ist auf dem bisherigen Optimismus-Höchststand von 51 Prozent.

107 Unternehmen hatten sich an der Online-Befragung beteiligt, 60 Prozent davon stammen aus dem verarbeitenden Gewerbe. Jeweils 15 Prozent sind Handel und Dienstleister, neun Prozent gehören dem Bau- und Ausbaugewerbe an. Die Mehrzahl der Betriebe beschäftigen zwischen einem und 20 Mitarbeiter (40 Prozent) und haben einen Umsatz zwischen 500 000 und unter 2,5 Millionen Euro.

Heute, so referierte Vorstandskollege Roland Krebs, beurteilten 78 Prozent ihre Lage als gut, zehn Prozent gar als sehr gut; rund die Hälfte rechne bis Jahresende mit einer weiteren Verbesserung. Eher pessimistisch sehe hingegen der Handel die Lage.

Die Unternehmen, so analysierte Krebs, seien investitionsfreudig, hätten wegen einer hohen Eigenkapitalquote aber recht geringes Interesse an Bankkrediten – erfreulich für Betriebe, bedauerlich für Banken. Zugleich kämpften die Unternehmen der Region aber auch mit Problemen. Mehr als die Hälfte beklagten die Energiekosten, aber auch Bürokratie und Facharbeitermangel machen den Betrieben zu schaffen. Das dürfte sich in Zukunft nicht grundlegend ändern.

Die Volksbanker wollten aber nicht nur Tendenzen präsentieren, sondern auch Meinungen hören. So entwickelte sich eine rege Diskussion, in deren Verlauf manche Zahl mit Leben gefüllt wurde. Dirk Jedan, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, warb etwa für die duale Ausbildung, um Jugendliche vor Ort zu halten: „Es gibt so viele Perspektiven im Handwerk.“ Dazu gehöre auch das Anschlussstudium. Aus seiner Sicht ist das Thema Demographie – und damit das frühzeitige Kümmern um den Nachwuchs – noch längst nicht in den Betrieben angekommen. Das belegt die Frage nach dem Einfluss des demografischen Wandels auf Arbeitskräfte. Hier sehen 32 Prozent keinen, 48 Prozent nur einen bedingt negativen Einfluss. Hinsichtlich der Kunden- und Angebotsstruktur sehen 64 Prozent keine wesentlichen Konsequenzen der Überalterung.

Stichworte wie „Bedeutung weicher Standortfaktoren“, „Bekämpfung sittenwidriger Löhne“ oder „Lebensqualität im Sauerland hervorheben“ zeigten der Volksbank viele Ansatzpunkte für künftige Fragestellungen auf. Kreishandwerksmeister Thomas Bock beklagte zudem ein Imageproblem. „Lüdenscheid ist eine Hochburg der Werkzeugmacher. Das sind heute Programmierer.“ Es halte sich aber hartnäckig das Vorurteil des Dreckige-Hände-Berufes. Zudem gebe es einen enormen Preisdruck, auch durch steigende Löhne: „Aber diese Steigerung geben wir gerne weiter. Arbeit muss Spaß machen und Familien ernähren können.“ - sum

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