Viele Vorschläge der Auszubildenden umgesetzt

Flüge, Autos, Bienen: Unternehmen im MK investiert in mehr Klimafreundlichkeit

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Die Installation von Ladesäulen für Elektro- und Hybridfahrzeuge ist nur eines der Projekte, die die Assmann Electronic GmbH im Zuge von „Assmann goes green“ umgesetzt hat. Im Bild (von links): Geschäftsführer Phil Penninger und die Azubis Richard Dissing, Jonas Heldmann und Anna Maria Mantzelas.

Lüdenscheid - Nachhaltiger arbeiten, den  CO2-Ausstoß verringern und für den Umweltschutz sensibilisieren: Seit einem guten Jahr haben die Auszubildenden der Assmann Electronic GmbH die Umweltleistung des Unternehmens unter die Lupe genommen, sich Gedanken über nachhaltige Verbesserungen gemacht und am Ende zahlreiche Projekte umgesetzt. 

Unter dem Motto „Assmann goes green“ durften die jungen Mitarbeiter unternehmerische Verantwortung übernehmen, ihre Kreativität und Zuverlässigkeit unter Beweis stellen und zugleich ihr eigenes, aber auch das Umweltbewusstsein der gesamten Belegschaft schärfen. 

„Es war mir ein Anliegen, das ökologische Bewusstsein, das derzeit ja viel Aufwind erfährt, auch in unserem Unternehmen aufzugreifen und durch das Projekt entsprechend abzubilden“, sagt Phil Penninger, einer von drei Geschäftsführern. Als „Chef-Ausbilder“, der selbst im Unternehmen groß geworden ist, lag ihm dabei auch die Beteiligung der „Jungen“ am Herzen – nicht zuletzt, um ihnen die Chance zu geben, auch einmal in Strukturen fernab des Alltags zu arbeiten. 

Schnell hatten sich drei Freiwillige gefunden, die die Projektleitung übernahmen – und damit bereit waren, sich über ihre Arbeitszeit hinaus dem Thema zu widmen. Und den Ideen zur Verbesserung der Umweltbelastung waren keine Grenzen gesetzt, die Kreativität groß. „Es gab viele tolle Ideen – auch wenn sich aus den verschiedensten Gründen nicht alle umsetzen ließen. Aber darüber haben wir geredet und weitere Ideen entwickelt“, freut sich Penninger über den Einsatz seiner Azubis. 

Aber auch die Belegschaft, die in einem Vortrag mit Themen wie Erderwärmung und Temperatur-Anomalien konfrontiert wurde, steuerte eigene Anregungen zum Projekt „Assmann goes green“ bei. Mit Erfolg, denn: Am Ende wurden diverse Projekte realisiert – für die die Geschäftsleitung eine mittlere sechsstellige Summe investierte. 

- Beispiel Flüge: Unter Leitung von Azubi Anna Maria Mantzelas analysierte eine Gruppe die Flugkilometer des Unternehmens, immerhin 590 000 im Jahr 2018, und den damit verbundenen CO2-Ausstoß. „Wir haben errechnet, dass das Unternehmen 4000 Euro an Umweltprojekte spenden müsste, um dies zu kompensieren“, erläutert Mantzelas. „Dieses Geld ist bereits überwiesen, gemeinsam mit den Auszubildenden haben wir uns für drei Umweltschutz-Organisationen entschieden“, erläutert Penninger. 

- Beispiel Elektromobilität: Die Gruppe nahm auch die Firmenwagen des Unternehmens unter die Lupe – und riet zur Umstellung auf Hybridfahrzeuge. „Das erste Fahrzeug wurde bereits geliefert, zwei weitere sind bestellt“, unterstreicht Penninger den Willen des Unternehmens, etwas zu verändern. Darüber hinaus wurden auf dem firmeneigenen Parkplatz sechs Ladesäulen installiert, an denen die Mitarbeiter ihre E-Fahrzeuge kostenfrei laden dürfen. 

In Planung sind darüber hinaus die Anschaffung von E-Bikes sowie das Vorhaben, öfter vom Flugzeug auf die Bahn umzusteigen. Und: „Erste Warenlieferungen aus China haben wir mit dem Zug bekommen – das ging sogar schneller als mit dem Schiff“, erläutert Penninger. 

- Beispiel Photovoltaik: Unter Beteiligung der Gruppe von Azubi Jonas Heldmann wurde eine Anlage geplant und in diesem Jahr in Betrieb genommen. Damit werde nicht nur ein Großteil des Eigenbedarfs gedeckt, inklusive der neu installierten Ladesäulen, sondern zeitweise auch Strom eingespeist. 

- Beispiel Bienen: Auf Vorschlag der Kollegenschaft gehören seit diesem Jahr zwei Bienenvölker zum Unternehmen und werden im nächsten Jahr schätzungsweise 150 bis 200 Gläser „Assmann-Honig“ produzieren. „Den bekommen unsere Mitarbeiter und Geschäftskunden“, freut sich Phil Penninger auch über die Unterstützung von Mitarbeiter und Hobby-Imker Alexander Babilon. 

- Beispiel Wertstoffe: Nicht nur die Plastikbecher sind aus dem Kaffee-Automaten verschwunden, auch die Produktverpackungen wurden von Azubi Richard Dissing und seinem Team unter die Lupe genommen und optimiert. So wurden Paket-Einlagen aus Kunststoff durch Kartonagen ersetzt, statt sogenannter Polybags soll es vermehrt Banderolen geben. Darüber hinaus wurde im Unternehmen die Mülltrennung erweitert, unter anderem der gelbe Sack eingeführt.

 „Ich denke, wir haben das Unternehmen in Bezug aufs Thema Nachhaltigkeit sehr weit nach vorne gebracht und sicher einige Tonnen CO2 vermieden“, ist Geschäftsführer Phil Penninger überzeugt. „Wir haben einen Prozess durchlaufen, vieles diskutiert und bewegt“, freut er sich nicht zuletzt auf die Wechselwirkungen innerhalb des Unternehmens. 

Und der Prozess von „Assmann goes green“ soll noch längst nicht beendet sein. „Auch wenn wir in diesem Jahr viele Großprojekte abgeschlossen haben, werden wir auch im Kleineren weiterhin an diesem Thema arbeiten.“

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