Kreativ in der Krise

Unternehmen im MK entwirft Corona-Schleife als Erkennungszeichen

Ein Mann in einem Industriebetrieb bedient eine Maschine
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Friedrich Assmann demonstriert die mühsame Herstellung des silbernen Corona-Ansteckers.

Die Corona-Pandemie und die mit ihr verbundenen Einschränkungen haben das Schützenwesen hart getroffen – und damit auch Unternehmen, die mit Vereinstradition und Sportschießen ihr Geld verdienen. Das weiß in Lüdenscheid kaum jemand besser als Johan Conze und sein Bruder Friedrich Assmann, Geschäftsführer der Manufaktur Deumer an der Gartenstraße.

Lüdenscheid - Die Produktion von Abzeichen, Orden und Medaillen machte rund die Hälfte des Geschäftsaufkommens aus. Ein Weg aus der Krise soll die Kreation eines neuen Produkts sein: der Corona-Anstecker.

Bis zu 70 Prozent Kurzarbeit seit April, staatliche Überbrückungshilfen und Mittel aus der Förderbank KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) sind die Instrumente, mit denen die Brüder bislang alle der 17 Arbeitsplätze erhalten konnten.

Conze: „Damit können wir bis Ende nächsten Jahres leben.“ Ob und wie es danach weitergeht, wollen Conze und Assmann nicht dem Zufall überlassen.

Symbol aus Lüdenscheid für gesellschaftlichen Zusammenhalt

Mitten in der zweiten Welle der Pandemie präsentiert die Manufaktur Deumer ein Accessoire, das symbolisch für gesellschaftlichen Zusammenhalt stehen soll. Der Corona-Anstecker lehnt sich nicht nur optisch an das sogenannte Red Ribbon an, mit dem Menschen ab Anfang der 90er-Jahre ihre Solidarität mit HIV-Infizierten und Aids-Kranken zeigten.

Dazu sagt Johan Conze: „Das Tragen des Ansteckers macht sichtbar, wie viele Menschen durch ihr eigenes Handeln Verantwortung übernehmen, um so den für alle sichtbaren Unterschied zu machen für mehr solidarisches und werteorientiertes Miteinander in unserer Gesellschaft.“ Die Schleife sei das weltweit bekannteste Zeichen für Solidarität.

Die Suche der beiden Geschäftsführer nach Vertriebswegen für den Corona-Anstecker hat begonnen. Mit den derzeit vorhanden reduzierten Ressourcen ist die erste Auflage von 1500 Stück in Handarbeit entstanden: die Schleife aus schichtversilbertem Messing, das Ende des Bandes handpoliert.

Johan Conze: „Das umgelegte Ende des Bandes symbolisiert die Gewissheit, dass es wieder aufwärts geht und wir gemeinsam eine gute Zukunft gestalten“ – ein Metall gewordener Ausdruck für eine Gesinnung, Marketing gegen Corona.

Die ersten Adressaten haben die Brüder schon im Blick. „Wir beginnen in Lüdenscheid.“ Die Bürgermeister des Sauerlandes, die heimischen Bundestagsabgeordneten, Unternehmer, die Mitarbeiter oder Geschäftspartner beschenken wollen – auf Wunsch mit dem eigenen Firmenemblem auf der Rückseite des Ansteckers – und jeder, der das Symbol der silbernen Schleife vermarkten will, sei es auf T-Shirts oder Basecaps, dazu natürlich Privatleute, die ihre Familien aufs Durchhalten und Befolgen der Coronaregeln einschwören möchten, oder lokale Einzelhändler, die den Anstecker in ihre Auslagen nehmen möchten: Für sie alle ist der Corona-Anstecker zu haben, er kostet 6,55 Euro.

Die Offensive soll nicht nur nach außen ein Zeichen setzen. Es geht um die Existenz der Manufaktur, die seit 1863 in Lüdenscheid verwurzelt ist.

Nähere Informationen gibt‘s unter www.deumer.de oder Tel. 0 23 51 / 18411.

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