Unterhaltsame Wartezeit bei Friseur und Arzt

Ihre „Einwirkzeit“ nutzt Sarah Wimmer zu einem Besuch auf come-on.de.

LÜDENSCHEID ▪ Im Privatgebrauch gibt es Alternativen zu Apples „iPad“: den PC, den Laptop. Doch dort, wo ein solches Multitalent unkompliziert herumgereicht werden soll, ist der kleine Vielkönner dem kabellosen Laptop überlegen. Das Gerät kann wie eine Zeitschrift von Hand zu Hand gehen und hat gute Aussichten, das Warten an vielen Einsatzorten zu verändern.

Matthias Czech von der Werbeagentur „David & Goliath“ bestellte wegen dieser Perspektiven vier iPads in den USA und dachte über kommerzielle Einsatzmöglichkeiten des Gerätes nach: „Wenn man über Business nachdenkt, gehört das Ding (der iPad) zum Friseur“, lautete das Ergebnis von Czechs Nachdenken. Seitdem verändert eines dieser vier iPads das Warten im Salon Bubert in der Oberstadt. Vor dem Schnitt und während der Einwirkzeiten von Farben, Chemikalien und Naturstoffen vertreibt das Gerät Kunden und Kundinnen, die hier als „Gäste“ empfangen werden, die Wartezeit. „Bei der jüngeren Generation ist das Gerät absolut gefragt“, erklärt Yves Bubert, und erzählt von ersten scherzhaften „Diebstahlversuchen“ seiner jungen Kundschaft.

Sein Anspruch, den nicht nur das iPad einlösen soll: „Die Gäste sollen nicht merken, dass sie hier viel Zeit verbringen.“ Das können auch schon mal vier Stunden sein, erzählt Bubert. Wegen des Erfolges, denkt er bereits über die Anschaffung weiterer Exemplare nach.

Gefüttert hat Yves Bubert den iPad vor allem mit Dateien, Links und Infos zum Thema Frisuren und Mode. Wer sich von anderen Köpfen noch gute Ideen für eine neue Frisur abgucken möchte, hat hier ein weites Betätigungsfeld. Yves Bubert schließt nicht aus, dass es interessante Erweiterung geben könnte. Wer seine Bubert-Frisur in den Pool geben möchte, könnte sich nach dem Besuch ablichten lassen – als Anregung für die nächsten Kunden. Einen hohen Nutzwert habe das iPad aber auch beim Frisieren der Kinder, erzählt Bubert: Ein Micky-Mouse-Film banne Kinderköpfe ganz zwanglos und erleichtere das Frisieren erheblich. Neben den branchenspezifischen Einsatzmöglichkeiten bietet der iPad aber auch den direkten Zugang ins Internet, in dem der Wartende munter surfen kann. Da kann es dann auch schon mal mitten hinein gehen in die Party- und Veranstaltungsbilder, die der Märkische Zeitungsverlag unter //www.come-on.de regelmäßig ins Netz stellt.

Matthias Czech hat neben den Friseuren noch weitere Anwendungen des kleinen Multitalents im Blick: Zwei weitere Geräte gab die Werbeagentur „David & Goliath“ an mittelständische Unternehmen weiter, die damit Messekunden an ihre Stände locken. Als weitere Einsatzmöglichkeit sieht Czech Arztpraxen, in denen wie beim Friseur Wartezeiten möglichst kurzweilig gestaltet werden sollten. Und vielleicht werden Restaurant-Kunden eines Tages nach dem Studium von bebilderten Appetitanregern ihre persönlichen Wünsche ebenfalls auf diesem Weg an die Küche übermitteln. ▪ thk

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