Großer Zusammenhalt im Seniorenzentrum

Unter Freunden im Bonhoeffer-Zentrum

Dietrich-Bonhoeffer-Seniorenzentrum-Gruppe
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Auf Abstand machen es sich die Gäste der Tagespflege im Dietrich-Bonhoeffer-Seniorenzentrum am langen Tisch gemütlich. Die weihnachtliche Deko hat die Gruppe selbst gestaltet.

Im Lüdenscheider Dietrich-Bonhoeffer-Seniorenzentrum wird Zusammehalt groß geschrieben. Seit der Eröffnung des Zentrums, hat sich eine homogene Truppe gebildet, die das Zusammensein genießt.

Lüdenscheid – „Ich war überrascht. Ich möchte gern bleiben und nicht wieder weg.“ Nach anfänglicher Skepsis und Unsicherheit fühlt sich Christa Pfeiffer (83) in der Tagespflege am Dietrich-Bonhoeffer-Seniorenzentrum mittlerweile bestens aufgehoben. In Irmgard Hoffmann (81) und Ilse Holthaus (83) hat die Lüdenscheiderin neue Bekannte gefunden, die sie nicht mehr missen möchte. Zweimal pro Woche genießt sie die Geselligkeit und kreative Freizeitgestaltung in der Gruppe und kehrt abends in die vertraute häusliche Umgebung zurück.

Ähnlich ergeht es Irmgard Hoffmann, deren Ehemann im März im Bonhoeffer-Seniorenzentrum starb, und ihrer Freundin Ilse Holthaus, die sich beide seit vielen Jahren kennen und nun wieder viel Zeit miteinander verbringen. „Ich habe meine Freundin gleich mitgenommen“, erzählt Irmgard Hoffmann, die in der Tagespflege die Frau mit dem „grünen Daumen“ ist. Seit sie die Zimmerpflanzen in den hellen, freundlichen Räumlichkeiten unter ihre Fittiche genommen hat, gedeihen sie prächtig. „Vorher stand das Wasser in den Töpfen“, erzählt sie schmunzelnd. „Das mögen die Pflanzen nicht.“ Tagtäglich macht sie mit der Gießkanne ihre Runde und schaut nach, wie es den Pflanzen geht.

Auf Nummer sicher

Coronabedingt hat Einrichtungsleiter Udo Terschanski die Zahl der pflege- und betreuungsbedürftigen Gäste in der Bonhoeffer-Tagespflege, die am 1. Oktober ihre Pforten öffnete, auf elf begrenzt. „Von der Größe der Einrichtung sind eigentlich sechzehn Gäste erlaubt“, sagt er. Mit einer kleineren Gruppe sei es einfacher, die notwendigen Abstände einzuhalten. Er findet, Tagespflege sei eigentlich nicht das richtige Wort, um den strukturierten Alltag in der Einrichtung zu umschreiben. „Pflege ist ein verunsichernder Begriff.“ Freundeskreis wäre seiner Meinung nach eine deutlich zutreffendere Bezeichnung.

Für die Gruppe, die sich in der Bonhoeffer-Tagespflege gefunden hat, trifft dies auf alle Fälle zu. „Das ist eine ganz harmonische Gruppe“, bestätigen bei beiden Mitarbeiterinnen Nastassja Lutz und Melitta Töws, die sich in einer Schicht um die Tagesgäste – bis auf einen Mann alles Frauen – kümmern. Wie Irmgard Hoffmann, Ilse Holthaus und Christa Pfeiffer bestätigen, ist es vor allem die Gemeinschaft, die sie an der Tagespflege schätzen. „Man ist sonst allein“, sagt Christa Pfeiffer. „Man möchte den Kindern ja auch nicht zur Last fallen.“

Quatschen, spazieren gehen, gemeinsam den Tisch für die Mahlzeiten decken, kegeln, Gedächtnistraining, Bewegungsangebote, Tageszeitung lesen und sich über Nachrichten austauschen, zusammen Kekse backen, schmücken, dekorieren, gemeinsam basteln und vieles, vieles mehr macht den Frauen in der vertrauten Gemeinschaft Spaß. Individuelle Wünsche der Gäste haben in der Einrichtung höchste Priorität. Mit dem gemeinsamen Frühstück („Wie zu Hause“) beginnt für die Senioren der Tag.

Zweimal pro Woche – montags und freitags - tauschen die Frauen, die stellvertretend für die Gruppe sprechen, ihre Räumlichkeiten daheim mit der Tagespflege. Eine zweite Gruppe ist – um die Gruppen in Zeiten der Pandemie möglichst klein zu halten – dienstags und donnerstags vor Ort. Mit Tests, Fiebermessen und Abstandhalten schützt die Einrichtung ihre Gäste.

„Alle sind sehr diszipliniert“, sagt Udo Terschanski. Weihnachten verbringen Irmgard Hoffmann, Ilse Holthaus und Christa Pfeiffer im Kreise ihrer Lieben. „Heiligabend bin ich bei der Enkelin“, erzählt Christa Pfeiffer. Am 1. Feiertag geht sie zur jüngsten Tochter. Vier Enkel und sieben Urenkel hat die gelernte Krankenpflegerin. Auch bei Irmgard Hoffmann, die viele Jahre im Jagdhaus Weber in Herscheid gearbeitet hat, ist Weihnachten Familienzeit. „Ich bin dann bei den Kindern“, erzählt sie. Ilse Holthaus freut sich, dass zum Fest die Tochter aus dem hohen Norden zu Besuch kommt. „Eine Tochter ist im Haus“, berichtet sie. Weihnachten sei stets „Familienzusammenführung.“

Für das Frühjahr hat Udo Terschanski eine weitere Idee, die Tagespflege noch bunter und attraktiver zu gestalten. „Ich möchte im nächsten Frühjahr Hochbeete besorgen und eigenes Gemüse ziehen.“ Er wisse aus Unterhaltungen, dass einige der Gäste früher Gemüse im Garten hatten. Bis es allerdings soweit ist, muss es erst einmal wärmer werden.

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