Unter diesen Bedingungen dürfen Reisebusse wieder rollen

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Die Busse werden unter anderem mit Desinfektionsmittel ausgestattet, berichtet Manfred Manß. Für Kunden, die keine Maske haben, habe er einen Mund-Nase-Schutz mit dem Logo des Unternehmens nähen lassen.

Lüdenscheid -  Zehn schwere Wochen liegen hinter Manfred Manß und seinen Mitarbeitern. So lange standen die Busse des Reiseunternehmens wegen des Reiseverbots still. Jetzt gibt es einen Lichtblick: Ab diesem Wochenende dürfen sie unter gewissen Voraussetzungen wieder fahren.

Sofort losgehen wird es wohl nicht. Bis Ende Juli hatten die meisten Kunden ihre geplanten Reisen erst mal abgesagt. Da niemand wusste, bis wann das Reiseverbot gilt, wurden die Fahrten etappenweise storniert. Die Vorbereitungen auf die wieder möglichen Reisen laufen jedoch auf Hochtouren.

Die Gäste müssen nun ihr Gepäck am Fahrzeug abstellen, beim Ein- und Aussteigen eine Schutzmaske tragen, die Hände desinfizieren und einen Abstand von mindestens 1,50 Metern einhalten. Zudem dürfen die Bustoilette nicht benutzt und nur noch verpackte Speisen und Getränke angeboten werden. Zur normalen Reinigung wird der Bus gründlich desinfiziert und die Klimaanlage so umgerüstet, dass immer Frischluft eingeblasen wird.

Manfred Manß und seine Söhne haben sich zudem dazu entschlossen, weniger Gäste zu befördern, um zwischen den Reisenden ausreichend Abstand einhalten zu können. Denn in dem Fall können die Gäste die Maske während der Fahrt abnehmen. „Wir bekommen den Bus derzeit sowieso nicht voll“, sagt Manß. Die Plätze, die freigelassen werden müssen, werden abgesperrt. Wie viele Personen mitreisen können, hängt davon ab, wie viele Einzelpersonen, Paare und Kleingruppen mitfahren.

Auch die angebotenen Reiseziele werden sich ändern. „In diesem Jahr hatten wir verstärkt auf Italien gesetzt und es lief sehr gut. Zu Jahresbeginn sind sehr viele Buchungen eingegangen. Jetzt werden wir aber wahrscheinlich doch nicht nach Italien fahren, zumindest höchstens bis Südtirol“, sagt der Inhaber. Der Grund: Nachdem Italien so stark vom Coronavirus betroffen war, wollen viele nicht dorthin fahren. Eine Alternative könnte Kroatien sein und das Unternehmen möchte Deutschlandreisen verstärkt anbieten. Im kommenden Jahr sollen Reisen nachgeholt werden, die jetzt nicht stattfinden können.

Das Reisebusunternehmen steht auch mit Hotels, zum Beispiel in Österreich, im Kontakt, wie Reisen verlaufen können. „Viele sind schon heiß darauf, dass wir mit unseren Kunden kommen“, sagt Manfred Manß.

Eine Unterstützung der Regierung bekommen die Busunternehmen nicht. Daher gab es in einigen Städten Demonstrationen. Manß-Reisen nahm daran in Hamburg sowie vergangene Woche im Ruhrgebiet teil. Das Unternehmen ist froh, neben den Busreisen weitere Standbeine zu haben, wie Schülerlinien, Behindertentransport und Flughafentransfer. Wobei auch diese in den letzten Wochen wegfielen und nur langsam wieder anlaufen. „Wir mussten von unseren Rücklagen leben“, sagt Dennis Manß, Sohn des Inhabers. Denn die Fahrten der Kinder zur Notbetreuung waren nicht kostendeckend. „Normalerweise schaffen wir im Sommer Rücklagen für den Winter. Das schaffen wir in diesem Jahr nicht.“ Daher hoffen Manfred Manß und seine Söhne, dass die Kunden mit der Aufhebung des Reiseverbots wiederkommen. Davon hängt viel ab. Ab der kommenden Woche ist das Büro wieder stundenweise geöffnet, um nicht nur telefonisch oder per E-Mail für die Kunden erreichbar zu sein, sondern auch persönlich.

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