Unmut im Honseler Bruch

Renaturierung kurz vor Schluss gestoppt

Der Neubau des Weges durch den Honseler Park ist zumindest vorerst beendet. Aufgrund der gestiegenen Baukosten fehlen laut Verwaltung derzeit finanzielle Mittel.
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Der Neubau des Weges durch den Honseler Park ist zumindest vorerst beendet. Aufgrund der gestiegenen Baukosten fehlen laut Verwaltung derzeit finanzielle Mittel.

Das Projekt Honseler Bruch, mit dem der Honseler Bach renaturiert und der Park samt Spielplatz für rund 716000 Euro und zu 90 Prozent gefördert vom Land neu gestaltet werden soll, sorgt für mächtig Unmut im Quartier – und das gleich aus mehreren Gründen.

Lüdenscheid - Während der geplante Grillplatz für Anwohner seit Beginn der Planung ein Stein des Anstoßes ist, wurde nun auch der neue Weg durch den Park vorerst nicht zu Ende gebaut, weil das Geld dafür fehle.

In der Stadtteilkonferenz Honsel, zu der die Stabstelle Demografie und Sozialplanung ins Tanzcenter Hötschl eingeladen hatte, wurde kontrovers diskutiert. Stichwort Grillplatz: Bereits vor zwei Jahren bei der Vorstellung des Projekts hatten Eigentümer und Mieter Vorbehalte geäußert, die sie am Mittwoch nochmals bekräftigten. Konkret ging es um Lärm, Abfall und Fäkalien sowie fehlende Parkplätze.

Im Beisein von Marcus Müller vom Fachdienst Umweltschutz und Freiraum gab Planer Thomas Meilwes den Konferenzteilnehmern einen Überblick über den Stand der Arbeiten. „Die Renaturierung geht ihrem Ende entgegen“, erklärte er. Einige Überraschungen (Leitungen etc.) während der Ausführung hätten die Maßnahme aber teurer gemacht. Nicht weiter gekommen sei er mit dem Grillplatz. Was Parkplätze angehe, könne er keine Lösungen anbieten. Es sei nicht geglückt, Parkstreifen anzulegen, dazu werde die Straße Honseler Bruch zu stark von Lastwagen frequentiert. Auch die Befürchtungen der Anwohner hinsichtlich Fäkalien und Abfall konnte er nicht entkräften. Er sehe selbst die eklatanten Probleme und werde sie noch einmal in die Verwaltung tragen.

Unerwünschter Grillplatz

Mit Unverständnis und Unmut reagierten die Teilnehmer auf Meilwes‘ Ausführungen. Von „Fehlplanung der Stadt“ war die Rede. „Warum muss ein Grillplatz hier unten hin, wenn er nicht durchdacht ist?“, lautete die Frage.

Neben dem Grillplatz war der bisher nicht zu Ende geführte Wegebau im Park ein weiterer Kritikpunkt der Bürger – ein Resultat der Kostensteigerung und der dadurch fehlenden finanziellen Mittel. Wie viel weiteres Kapital erforderlich wäre, könne noch nicht beziffert werden, teilte die Pressestelle der Stadt auf Nachfrage mit.

Auf Sicherheitsrisiken machten die Anwohner aufmerksam. Für ältere Leute mit Rollator sei der obere Teil des Parks unzumutbar. In die Diskussion schaltete sich Jens Voß, Fraktionsvorsitzender der SPD, ein. Mit dem Versprechen, im April bei der nächsten Stadtteilkonferenz Lösungen für die Probleme mitzubringen, endete die Veranstaltung.

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