Der Bremecker Hammer

Die Natur erobert den Hammer zurück

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Die Natur erobert sich am Bremecker Hammer ihre Welt zurück.

Lüdenscheid -  Gras und Unkraut quasi meterhoch, Schilder verweisen auf Lebensgefahr beim Betreten – der Bremecker Hammer bietet ein verwahrlostes und schauriges Bild. So schaurig, dass im jüngsten Kulturausschuss darum gebeten wurde, wenigsten die zugänglichen Flächen mal abzumähen.

Mitarbeiter der ZGW wollen sich in dieser Woche um ein wenig Grünpflege bemühen – zumindest „soweit, wie man das Gelände gefahrlos betreten kann“, so Gabriele Krumme (ZGW). Verwahrlost, aber nicht vergessen: Seit mehr als drei Jahren ist das Schmiedemuseum mit seinen Anlagen geschlossen, seitdem 2014 bekannt wurde, dass das Dach, das auf der schadhaften Außenwand lastet, einstürzen könnte. Bis dahin stellte ein ehrenamtliches Team Jahr für Jahr den Betrieb des technikgeschichtlichen Museums sicher, führte jährlich rund 6000 Besucher aus ganz Deutschland herum und betreute die Anlage.

Nicht nur ihnen treibt es die Tränen in die Augen. Der politische Wille, die Anlage wieder auf den neuesten Stand zu bringen, ist nach wie vor da, aber es fehlt das Geld. Immerhin schlägt die Sanierung mit mehr als 600 000 Euro zu Buche. Geld, das – so Kulturmanager Stefan Frenz aus verschiedenen Fördertöpfen beschafft werden muss. „Bundes- oder Landesmittel, bei der Stiftung Denkmalschutz, beim Land NRW, das ja signalisiert hat, die Denkmalförderung wieder aufleben zu lassen. Aber da stehen natürlich alle Schlange, die so ein Problem haben. Wir müssen das Problem erst mal skizzieren und erklären. Den Bremecker Hammer kennt ja nicht jeder. Da bedarf es mehr als nur eines Antrages auf Fördermittel.“

Spinnweben, die niemand mehr entfernt.

In großer Besetzung trafen sich in den Museen der Stadt die Mitglieder des Bau- und Verkehrsausschusses sowie des Kulturausschusses Ende letzten Jahres, um die Weichen für das Industriedenkmal zu stellen. Skepsis, dass man die Mittel für eine Sanierung aufbringen kann, zog sich fraktionsübergreifend durch die Reihen. Am Ende sprachen sich die Politiker dafür aus, zunächst die Mittel für ein Planungsbüro bereitzustellen, das sich um die tatsächlichen Sanierungskosten bemüht.

Gemäht werden darf nur noch auf dem frei zugänglichen Gelände.

Museumsleiter Dr. Eckhard Trox setzte allerdings bei einem ambitionierten und ernsthaften Versuch der Komplettsanierung die Fähigkeit und Bereitschaft zur Drittmittelakquise voraus. Vor allem aber müssten alle relevanten Abteilungen der Verwaltung daran beteiligt werden, Einzelmaßnahmen zu überprüfen, da unterschiedliche Maßnahmen auch unterschiedlich bezuschusst werden.

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