„Unglaublicher“ Gospelday

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Sänger und Sängerinnen aus drei Chören sangen um 12 Uhr den Aktionssong.

LÜDENSCHEID ▪ Es war noch nicht ganz 10.30 Uhr, als ein Mann am Samstag im Eingangsbereich des Stern-Centers seine Trommel auspackte und mit einem lauten Schlag viele der Anwesenden animierte, ihre Jacken auszuziehen, ihre weißen Hemden und grünen Schals oder auch schwarze Polohemden mit der Aufschrift „Albert Singers“ zu zeigen.

Gleichzeitig entpuppte sich einer von ihnen als Chorleiter – und mit Matthias Ortmann als Dirigenten begannen immer mehr Menschen im Stern-Center „Freedom is Coming“, zu singen. Eine Einladung zum Gospelday auf dem Sternplatz.

Wie es sich für einen Flash-mob gehört, war der Auftritt im Stern-Center nur eine kurze Episode. Sie sollte neugierig auf das machen, was zeitgleich auf dem Sternplatz begann. Gestört von nur einem Regenschauer – nachdem die Stände im strömenden Regen aufgebaut worden waren – feierten dort die Sänger der Gospelchöre Risecorn aus Lüdenscheid, „Al!ve“ aus Kierspe und „The Albert Singers“ aus Halver mit ihren Zuhörern und allen, die spontan ihren Einkaufsbummel unterbrachen, den zweiten Gospelday als „Aktionstag für eine gerechtere Welt“.

So erklang um Punkt 12 Uhr – wie in rund 260 weiteren Städten in Deutschland und auf der ganzen Welt – der diesjährige Aktionssong „We can move mountains“ („Wir können Berge versetzen“). Der zweite Gospelday war auch in der Bergstadt größer als bei der Premiere vor einem Jahr, nicht zuletzt deshalb, weil jetzt drei Chöre mit im Boot waren. Für die Organisatoren eine große Herausforderung, die gelungen war, meinte Risecorn-Sprecherin Jutta Beißner. Ihr Fazit lautete: „Unglaublich!“

Gospelday

Vielmehr noch als vor einem Jahr, als die Sänger von Risecorn das Programm alleine bestritten, stand die Musik im Mittelpunkt. Neben den drei Chören waren die Band „Hold the line“ aus der evangelischen Kirchengemeinde Oberrahmede und die Gruppe „Christians at Work“ aus dem Ruhrgebiet dabei. So reihte sich auf der Bühne ein Auftritt an den anderen, unterbrochen von kurzen „Informationsblöcken“ darüber, was sich hinter dem Anliegen einer „gerechten“ Welt verbirgt, was jeder einzelne dafür tun kann und welche konkreten Aktionen und Angebote es in Lüdenscheid bereits im Eine-Welt-Netz gibt.

Sprecher der Gruppen des Netzes stellten – je nach Schwerpunkt ihrer Arbeit – eines der Millenium-Ziele vor. Manuel Meurer von der Bank für Kirche und Diakonie erläuterte, dass auch im Bankwesen nach nachhaltigen Kriterien für eine gerechtere Welt gewirtschaftet werden kann. Andreas Wolf vom Organisationsteam erklärte unter anderem gemeinsam mit Jutta Beißner die Ziele des Gospeldays und präsentierte das Ausbildungsprojekt für Frauen in Kamerun, das in diesem Jahr mit dem Erlös des Tages unterstützt wird. Dazu gab es entsprechende Info-Stände auf dem Sternplatz.

Fair gehandelte Produkte einkaufen, weniger Fleisch essen, Energie sparen und sorgsam mit Ressourcen umgehen – das sind Dinge, die jeder selbst tun kann. Dazu ermunterten die aktiven Teilnehmer des Gospeldays. Ein Beispiel gaben sie dadurch, dass Speisen und Getränke ausschließlich in kompostierbaren Behältern angeboten wurden. Wie schon im vergangenen Jahr hieß es „Wenn viele Menschen an vielen Orten viele kleine Schritte tun, kann man die Welt verändern.“

Bürgermeister Dieter Dzewas würdigte als Schirmherr des Gospeldays die Hoffnung, die dieser Musik innewohnt und lobte das vorbildliche Anliegen des Tages. Auch die beiden weiteren Schirmherren – Superintendent Klaus Majoress und Kreisdechant Johannes Broxtermann – betonten diese Aspekte. Deren Grußworte wurden verlesen, da beide verhindert waren.

Auch der zweite Gospelday war für alle Teilnehmer eine gelungene Aktion, lediglich das Kinderprogramm fand bis auf das Kistenklettern, letztendlich kaum statt. Die Teilnehmer des Gospeldays wollen den Tag erst einmal „sacken lassen“. Erst dann soll eine Entscheidung fallen, ob es in Lüdenscheid auch 2013 wieder einen Gospeltag geben wird.. ▪ gör

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